Der Fachkräftemangel ist inzwischen das größte Problem der deutschen Wirtschaft (Grömling/Matthes, 2019). Auch hat sich der Fachkräftemangel deutlich verlagert: Während es früher überwiegend an Akademikern in Großunternehmen mangelte, betrifft der Fachkräftemangel heute zunehmend Berufe, die eine Ausbildung voraussetzen (Risius et al., 2018). Davon sind insbesondere kleine und mittlere Unternehmen (KMU) betroffen. Trotz sinkender Bewerberzahlen halten viele KMU an der eigenen Ausbildung fest und sehen kaum Alternativen dazu (Ebbinghaus, 2018).

Dieser Kurzbericht untersucht, inwiefern Ausbildungsangebot und -nachfrage auf die veränderte Fachkräftesituation reagiert haben. Im Fokus stehen Mangelberufe. Dies sind Berufe, in denen es seit 2011 stets mehr gemeldete offene Stellen als passend qualifizierte Arbeitslose gegeben hat (Liste siehe S. 3). Diese Mangelberufe sind vor allem in der Metall- und Elektro-Industrie sowie im Handwerk zu finden. Der Kurzbericht folgt der Methodik des Kompetenzzentrums Fachkräftesicherung (Risius et al., 2018, 7 ff.).

Unternehmen schaffen mehr Ausbildungsplätze in Mangelberufen

Die Abbildung zeigt die Entwicklung des Ausbildungsangebots differenziert nach der Fachkräftesituation in den jeweiligen Berufen auf dem Arbeitsmarkt. Dabei werden drei Gruppen unterschieden: Mangelberufe, Engpassberufe und Nicht-Engpassberufe:

  • In den Mangelberufen stieg die Zahl der gemeldeten Ausbildungsstellen von 2011 bis 2018 um 33,0 Prozent – deutlich stärker als in allen anderen Berufen.
  • In Berufen, die aktuell keine Fachkräfteengpässe aufweisen, ist die Zahl der gemeldeten Ausbildungsstellen hingegen um 4,2 Prozent zurückgegangen.
  • Dazwischen sind Berufe einzuordnen, in denen zwar aktuell Fachkräfteengpässe vorliegen, aber 2011 kein Mangel bestand. In diesen Engpassberufen ist die Zahl der gemeldeten Ausbildungsstellen um 7,1 Prozent gestiegen.

Die Unternehmen bilden also in Mangel- und Engpassberufen deutlich mehr aus als noch vor sieben Jahren. In Berufen mit vielen Arbeitslosen bilden sie hingegen tendenziell weniger aus.