Bisher ließ die nationale Anpassungsstrategie an den Klimawandel etwas an Schlagkraft vermissen. Ein Grund war das hohe Abstraktionsniveau. Wer von dem Aktionsplan nun ein konkretes und umfassendes Anpassungsprogramm des Bundes erwartet hat, wird abermals enttäuscht. Dabei sind bundesweit einheitliche Handlungsempfehlungen aufgrund der Komplexität und regionalen Heterogenität der Klimafolgen auch nicht empfehlenswert. Eine der Kernbotschaften des Aktionsplans lautet daher: Eigenvorsorge und Subsidiarität. Unternehmen, Bürger und auch Kommunen können häufig am besten über das Ob und Wie ihrer Anpassung an Klimafolgen entscheiden.

Doch auf welche Folgen sollen sich die Akteure vorbereiten? Mit welcher Sicherheit können wir sie erwarten und wie können wir diese Entwicklungen bewerten? Um handlungsfähig zu sein, müssen Akteure solche Fragen beantworten können, d. h. sie müssen über klimarelevantes Wissen verfügen. Der Aktionsplan schreibt dem Bund vor allem hier eine Schlüsselrolle zu. In dem umfangreichen Kapitel „Wissen bereitstellen“ werden beispielsweise Forschungsvorhaben aufgeführt, die darauf zielen, Klimaveränderungen räumlich und zeitlich besser simulieren zu können. Auch die Entwicklung von Methoden, mit denen die Klimafolgen untersucht und bewertet werden können, soll verstärkt gefördert werden. Seitens des Bundeswirtschaftsministeriums ist beispielsweise geplant, die Wirkungen des Klimawandels auf Infrastruktur und Wertschöpfungsketten exponierter industrieller Produktionen in Deutschland zu untersuchen. Zudem listet der Aktionsplan verschiedene öffentliche Institutionen auf, die Klimainformationen bündeln und vermitteln.

Eine adressatengerechte Aufarbeitung existierender und geplanter Anpassungsaktivitäten ist der Aktionsplan dennoch nicht. Für Unternehmen und andere Akteure sind wichtige Informationen vielfach mit Grundsätzen, Zielen und Absichtserklärungen überlagert. Nur sorgfältige Leser der 93 Seiten erfahren, dass im Bereich Anlagensicherheit eine neue technische Regel für Niederschläge und Hochwasser bevorsteht oder dass auch andere Klimadatennormen (beispielsweise für Wärme- und Feuchteschutz von Gebäuden) überarbeitet werden sollen.

http://www.bmu.de/files/pdfs/allgemein/application/pdf/aktionsplan_anpassung_klimawandel_bf.pdf

7. November 2017

Interview mit Jürgen Hacker „Nationale Alleingänge sind in der Klimapolitik kontraproduktiv“Arrow

Immer wieder wird das Emissionshandelssystem der EU dafür kritisiert, das Klima nicht ausreichend zu schützen. Doch trotz einiger Unzulänglichkeiten ist es für den Umweltökonomen Jürgen Hacker der beste Weg, um die Treibhausgasemissionen zu reduzieren. Im iwd-Interview erklärt der Vorsitzende des Bundesverbands Emissionshandel und Klimaschutz (bvek), wie sich der Zertifikatehandel noch optimieren ließe. mehr auf iwd.de

6. November 2017

Benjamin Tischler Klimapolitik: Worthülsen mit Inhalt füllen Arrow

Vom 6. bis zum 17. November schaut die Welt gebannt auf Bonn. Denn auf der 23. UN-Klimakonferenz geht es darum, die bislang überwiegend vagen Worthülsen des Pariser Klimaabkommens mit konkreten Regelungen zu füllen. Je schneller dies gelingt, desto früher können Klimaschutzverpflichtungen verhandelt werden. Die Zeit drängt, denn ohne rasche und drastische Emissionsreduktionen kann die globale Erwärmung nicht auf 2 Grad Celsius begrenzt werden. mehr auf iwd.de

CO2-Regulierung des Straßenverkehrs in Europa – ein Kompendium
Gutachten, 9. August 2017

Thomas Puls CO2-Regulierung des Straßenverkehrs in EuropaArrow

Der Verkehrssektor steht bei der Dekarbonisierung vor besonderen Herausforderungen, denn der Bedarf an Mobilität von Personen und Gütern nimmt global rasant zu, vor allem in den aufstrebenden Schwellenländern. Aufgrund seiner Schlüsselstellung für die Mobilität wird die künftige Kohlendioxid-Regulierung von Pkw und Lkw eine gewichtige Rolle für die Klimapolitik spielen. mehr