So steigt nicht nur die Zahl der Haushalte, sondern es werden sich auch die Anforderungen an Wohngebäude verändern. Für die Zukunft ist neben einem zunehmenden Bedarf an seniorengerechten Wohnungen auch mit einem gesteigerten Bedarf an Wohnraum in stationären Pflegeimmobilien zu rechnen.

Höherer Bedarf an stationärer Pflege
Höherer Bedarf an stationärer Pflege

Die demografische Entwicklung lässt sich zwar gut vorausberechnen, der Pflegebedarf ist jedoch schwerer zu prognostizieren. Zwar verbessert sich der Gesundheitszustand der Senioren aufgrund des medizinisch-technischen Fortschritts und der verbesserten Arbeitsbedingungen. Mit zunehmendem Alter erhöht sich aber auch das Risiko pflegebedürftig zu werden. Laut Angaben des Statistischen Bundesamtes liegt die Pflegequote bei den unter 70-jährigen bei 5 Prozent, während sie bei den über 80-jährigen bei 31 Prozent und bei den über 90-jährigen sogar bei 60 Prozent liegt. Eine aktuelle IW-Prognose zum künftigen Pflegebedarf findet sich in der Abbildung.

7 Millionen Quadratmeter zusätzlicher Wohnraum in Pflegeimmobilien
7 Millionen Quadratmeter zusätzlicher Wohnraum in Pflegeimmobilien

In Zukunft wird nicht nur die Anzahl der Pflegebedürftigen wachsen, sondern auch der Anteil der stationär Pflegebedürftigen zunehmen. Durch die wachsende Mobilität der Bevölkerung bei der Arbeitswahl wohnen Kinder und (pflegebedürftige) Eltern häufig nicht mehr in unmittelbarer Nähe zueinander. Außerdem trägt die berufliche Situation dazu bei, dass es vielen nicht mehr möglich ist, ihre Eltern zu unterstützen. Vor diesem Hintergrund ist nicht nur mit einer gesteigerten Nachfrage an seniorengerechten Wohnungen zu rechnen, sondern auch mit einem Anstieg an Wohnfläche für die stationäre Pflege (Abbildung).

Wenn die Zahl der stationär Pflegebedürftigen wie unterstellt wächst, und man etwa 15 Quadratmeter Wohnfläche pro Pflegeplatz annimmt, müssten bis zum Jahre 2010 durch Baumaßnahmen 4,7 Millionen Quadratmeter zur Verfügung gestellt werden, um dem wachsenden Pflegebedarf nachzukommen. Bis zum Jahr 2050 wird in der stationären Pflege ein Wohnbedarf von 11 Millionen Quadratmeter benötigt. Das heißt, es müssten gegenüber dem Jahr 2005 etwa 7 Millionen zusätzliche Quadratmeter Wohnfläche für Pflegebedürftige geschaffen werden. Dies ist jedoch nur der Wohnbedarf. Der Flächenbedarf in der Pflege ist erheblich größer. So werden zusätzlich Lagerräume für Pflegemittel, Büros und Aufenthaltsräume für das Pflegepersonal, Verwaltung und Haustechnik, Küchen und Aufenthaltsräume für Besucher und Angehörige benötigt.

Die für die Zukunft gesteigerte Nachfrage nach Seniorenwohnungen und Pflegeimmobilien bietet eine Chance für die Immobilienwirtschaft, vom demografischen Wandel zu profitieren. Jedoch sind die Risiken dieser Anlageklasse noch weitestgehend unbekannt. Zum einen handelt es sich um Betreiberimmobilien, so dass im Falle eines wirtschaftlichen Misserfolges mit Mietausfällen zu rechnen ist. Um Standortrisiken möglichst gering zu halten, sollten Pflegeimmobilien in der Nähe von Krankenhäusern und großen Arztpraxen liegen. Des Weiteren ist eine gute Erreichbarkeit durch Zulieferer erforderlich. Der hohe Instandhaltungsbedarf sollte ebenfalls berücksichtigt werden. Diese Risiken können jedoch durch die Mischung mit anderen Immobilien gestreut werden.

IW policy paper, 3. November 2017

Wido Geis Labour market potentials of the freedom of movement for workersArrow

The freedom of movement for workers is one of the core principles of the European Union and most Europeans have positive attitude towards it. 75 percent regard it as a good and only 9 percent as a bad thing. Nevertheless, the number of persons moving from one EU member country to another is still small. mehr

Regionale Potenziale nutzen
Pressemitteilung, 2. November 2017

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Die deutschen Großstädte boomen, die ländlichen Gegenden veröden. Zwar haben viele Regionen Entwicklungspotenzial, aber sie nutzen ihre Chancen bislang zu wenig, zeigt der Regionale Chancen Monitor (RCM) der IW Consult, einem Tochterunternehmen des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW). mehr