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Im Sozio-oekonomischen Panel (SOEP) wurden die Panelteilnehmer 2015 erstmals danach befragt, wonach sich ihre Entlohnung richtet. Die Frage lautete: „Liegt diesem Arbeitsverdienst eine tarifliche Bindung zugrunde?“. Anders als im IAB-Betriebspanel und in der Verdienststrukturerhebung wurde neben den Antwortmöglichkeiten „Ja, Entlohnung nach Haustarif“, „Ja, Entlohnung nach Tarif“ und „Ja, Entlohnung nach Tarif angegliedert“, auch die Option „Nein, außertarifliche Bezahlung in einem Betrieb mit tariflicher Bindung“ angeboten. Die fünfte Kategorie lautete „Nein, keine Tarifbindung“. Insgesamt antworteten 13.054 sozialversicherungspflichtige Beschäftigte in Deutschland. Laut Verdienststrukturerhebung lag die Tarifbindung im Jahr 2014 bei 45 Prozent, während Berechnungen auf Basis des IAB-Betriebspanels für 2015 auf 58 Prozent kommen. Von den im SOEP befragten Personen gaben 48 Prozent an, nach einem Tarifvertrag bezahlt zu werden (Grafik). Dabei war für 37,9 Prozent ein Branchentarifvertrag die Basis und für weitere 10,1 Prozent ein Haustarifvertrag. Bei 9,4 Prozent der Arbeitnehmer wird sich bei der Entlohnung am jeweiligen Branchentarifvertrag orientiert. Insgesamt gaben 37,2 Prozent an, dass ihrem Arbeitsverdienst keine Tarifbindung zugrunde liege. Die restlichen 5,5 Prozent der befragten Arbeitnehmer gaben an, zwar in einem tarifgebundenen Betrieb zu arbeiten, aber außertariflich bezahlt zu werden.

Ein West-Ost-Vergleich zeigt, dass im Westen etwas mehr Beschäftigte einen Tariflohn erhalten als im Osten. Allerdings beträgt diese Differenz nur 3,5 Prozentpunkte. Dabei steht einer höheren Branchentarifbindung im Westen eine höhere Firmentarifbindung im Osten gegenüber. Im Westen ist auch der Anteil der außertariflich bezahlten Beschäftigten höher. Zwischen Männern und Frauen gibt es hinsichtlich der Bezahlung nach Tarifvertrag kaum Niveau-Unterschiede. Es fällt aber auf, dass der Anteil der außertariflich bezahlten Arbeitnehmer bei den Männern mit 7 Prozent doppelt so hoch ausfällt wie bei den Frauen. Ähnlich fällt der Vergleich zwischen Arbeitern und Angestellten aus. Angestellte werden häufiger außertariflich bezahlt (Anteil von 7 Prozent) als Arbeiter (Anteil von 3 Prozent). Größere Unterschiede lassen sich aber innerhalb der beiden Gruppen finden, wenn nach der Qualifikation unterschieden wird. So nimmt die Tarifbindung mit steigendem Qualifikationsniveau bei den Arbeitern eher zu und bei den Angestellten ab. Der Anteil der außertariflich bezahlten Arbeitnehmer steigt in beiden Beschäftigtengruppen mit einem größeren Verantwortungsbereich an.

Hinsichtlich der Vergleichbarkeit der Daten aus den drei Datenquellen ist anzumerken, dass beim IAB-Betriebspanel – wo anders als im SOEP Betriebe befragt werden – alle Beschäftigten eines tarifgebundenen Betriebs in die Berechnung der Tarifbindung einbezogen werden, also auch die außertariflich Beschäftigten. Diesem Manko wird mit der Bezeichnung „Anteil der Beschäftigten in tarifgebundenen Betrieben“ Rechnung getragen. Verfährt man mit den SOEP-Daten analog zur IAB-Methode, erhöht sich die Tarifbindung von 48 auf 53,5 Prozent. Die Verdienststrukturerhebung verbindet die beiden methodischen Ansätze miteinander. Dort werden nicht nur Betriebsdaten erhoben, sondern auch einzelne Beschäftigungsverhältnisse aus den Lohnbuchhaltungen selbiger. Allerdings sind die Unterschiede auf der gesamtwirtschaftlichen Ebene marginal.

21. Juni 2017

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Die Arbeitnehmervertretungen kommen zunehmend unter Druck. Nicht einmal mehr jeder fünfte Beschäftigte in Deutschland war 2015 Mitglied in einer Gewerkschaft. Allerdings gibt es große regionale Unterschiede. mehr auf iwd.de

Gewerkschaftsspiegel, 8. Juni 2017

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