Image

Der soziale Friede ist ein wichtiger Standortindikator. Gemessen wird er anhand der Anzahl der durch Streiks und Aussperrungen ausgefallenen Arbeitstage (Arbeitskampfvolumen). Da die Ausfalltage von Jahr zu Jahr beträchtlich schwanken, ist es sinnvoll, längere Zeiträume miteinander zu vergleichen. Hier wird ein Zehn-Jahres-Zeitraum gewählt (2006 bis 2015). Um große und kleine Volkswirtschaften miteinander vergleichen zu können, wird die Anzahl der ausgefallenen Arbeitstage auf jeweils 1.000 Arbeitnehmer normiert. Datengrundlagen sind die Datenbank der International Labour Organisation (ILO) und nationale Quellen. Die zur Normierung herangezogenen Beschäftigtenzahlen basieren auf Datenbanken der OECD und der ILO. Bei der Interpretation ist zu berücksichtigen, dass Streikdaten unterschiedlich erhoben werden und nur eingeschränkt vergleichbar sind. Für Deutschland werden die amtlichen Daten der Bundesagentur für Arbeit herangezogen.

Angeführt wird das internationale Ranking von Dänemark und Frankreich (Grafik). In Dänemark fielen zwischen 2006 und 2015 im Jahresdurchschnitt 120 Arbeitstage je 1.000 Arbeitnehmer aus, in Frankreich waren es 117. Am friedlichsten ging es in Japan, Österreich, der Slowakei und der Schweiz zu. In Japan und der Slowakei gingen je 1.000 Arbeitnehmer gerechnet gar kein Arbeitstag verloren, in der Schweiz war es lediglich ein Tag und in Österreich waren es zwei Tage. Mit vier bis fünf Ausfalltagen schnitten auch Polen, Schweden und Ungarn besser als Deutschland ab. Deutschland liegt zusammen mit den USA und den Niederlanden im oberen Mittelfeld. Durch das hohe Streikaufkommen 2015 stieg die jahresdurchschnittliche Anzahl der Ausfalltage im Zehn-Jahres-Vergleich hierzulande von vier auf sieben.

Deutschlands Position wird dadurch begünstigt, dass politische Streiks hierzulande verboten sind. Wie stark sich politisch motivierte Generalstreiks auswirken können, zeigt sich in Frankreich. Generell sind Generalstreiks in den letzten Jahren aber wieder seltener geworden. Dementsprechend war das Arbeitskampfvolumen in den davon stark betroffenen Euro-Krisenländern Spanien, Portugal und Irland in den letzten Jahren auch wieder rückläufig. Mitarbeit: Hannah Busshoff

Ansprechpartner

Schlichtung ist weiterhin nötig
IW-Nachricht, 20. März 2017

Tarifverhandlungen Berliner Flughäfen Vermitteln reicht nichtArrow

Nachdem die Tarifverhandlungen für das Bodenpersonal an den Berliner Flughäfen gescheitert sind, soll nun der ehemalige Berliner Innensenator Ehrhart Körting vermitteln. Dieser Schritt ist richtig, reicht aber nicht aus. Denn im Gegensatz zu einem Schlichter nimmt Körting als Mediator keinen inhaltlichen Einfluss auf die Verhandlungen. mehr

IW-Gewerkschaftsspiegel, 3. März 2017

Verhandlungsmanagement Mehr Professionalität – weniger EskalationArrow

In einem Tarifkonflikt können durch gutes Verhandeln effiziente Lösungen gefunden werden, die das Arbeitskampfrisiko verringern. Dies verlangt aber eine Professionalisierung des Verhandlungsmanagements. mehr

IW-Gewerkschaftsspiegel, 3. März 2017

Mediation Lohnendes Investment Arrow

Eine Mediator verbessert den Verhandlungsprozess in Tarifverhandlungen. Dadurch können sich die Tarifparteien stärker auf die inhaltlichen Aspekte konzentrieren. So steigert eine Mediation die Einigungschancen. mehr