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Die Stärke der Gewerkschaften wird anhand des Anteils aller Gewerkschaftsmitglieder im Verhältnis zur Anzahl aller Arbeitnehmer gemessen (Brutto-Organisationsgrad). Werden nicht erwerbstätige Personen wie Rentner oder Arbeitslose abgezogen, erhält man den Netto-Organisationsgrad. Da der DGB nur über seine Mitgliederzahlen insgesamt berichtet, wird für diesen regionalen Vergleich der Brutto-Organisationsgrad herangezogen. Die Angaben beziehen sich auf Ende 2015.

Ein Vergleich der regionalen DGB-Mitgliederzahlen zeigt große Unterschiede zwischen den einzelnen Bundesländern (Grafik). Interessant ist, dass die Länder mit den höchsten absoluten Mitgliederzahlen – Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Bayern – in der relativen Betrachtung keine Spitzenplätze belegen. Bayern rangiert mit einem Organisationsgrad von 12,5 Prozent sogar auf dem vorletzten Platz des Bundesländerrankings. Noch schwächer ist der DGB nur in Mecklenburg-Vorpommern organisiert (11,6 Prozent). Im nordöstlichsten Bundesland ist das damit zu erklären, dass es dort kaum Industrie gibt und starke Sektoren wie die Landwirtschaft oder die Gastronomie eher schlecht organisiert sind. In Bayern scheint die Neigung, sich kollektiv zu organisieren, generell nicht besonders groß zu sein.

Bundesweit liegt der DGB-Organisationsgrad bei 15,7 Prozent. Die höchsten Organisationsgrade erreichen das Saarland mit 28,0 und Bremen mit 24,8 Prozent, gefolgt von Niedersachsen, das auf 19,1 Prozent kommt. Über dem Durchschnitt liegt mit 17,6 Prozent auch Nordrhein-Westfalen. Die weit überdurchschnittlichen Werte im Saarland und in Bremen hängen vermutlich mit den nur dort üblichen Arbeiterkammern zusammen. Dies sind öffentlich-rechtliche Körperschaften mit Pflichtmitgliedschaft zur Vertretung von Arbeitnehmerinteressen. Ein ausgeprägtes Ost-West-Gefälle besteht nicht mehr. Zwar schneiden die ostdeutschen Bundesländer meist unterdurchschnittlich ab. Sachsen-Anhalt und Sachsen liegen aber vor den süddeutschen Bundesländern Rheinland-Pfalz, Hessen, Baden-Württemberg und Bayern. Im Süden sind die DGB-Gewerkschaften – abgesehen vom Saarland – demnach ähnlich schwach verankert wie in Teilen des Ostens.

Die regionale DGB-Mitgliederstatistik informiert auch über den Anteil von Frauen und Männern. Bundesweit liegt der Anteil der Frauen bei 33,5 Prozent. Am „weiblichsten“ ist Mecklenburg-Vorpommern. Dort beträgt der Anteil der Frauen an allen Gewerkschaftsmitgliedern 46,2 Prozent, dicht gefolgt von Berlin mit 44,9 Prozent. Den niedrigsten Frauenanteil haben das Saarland mit 26,3 und Bayern mit 29,7 Prozent. Paula Hellmich und Hagen Lesch

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21. Juni 2017

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Die Arbeitnehmervertretungen kommen zunehmend unter Druck. Nicht einmal mehr jeder fünfte Beschäftigte in Deutschland war 2015 Mitglied in einer Gewerkschaft. Allerdings gibt es große regionale Unterschiede. mehr auf iwd.de

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