Image

Ihre finanzielle Situation bezeichnete die IG Metall als gut. Trotz Finanzkrise habe man eine Verzinsung von knapp 5 Prozent erreicht. 2008 stiegen die Beitragseinnahmen um 13 Millionen auf nun 443 Millionen Euro.Die einzige Gewerkschaft, die gegenüber dem Vorjahr einen Mitgliederzuwachs verzeichnen konnte, ist die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). Sie hatte Ende 2007 knapp 249.000 Mitglieder, Ende 2008 waren es knapp 252.000, das ist ein Plus von rund 1,3 Prozent. Mit minus 4,4 Prozent hat die IG Bauen-Agrar-Umwelt (BAU) relativ viele Mitglieder verloren.

Die Bahngewerkschaft Transnet musste sogar fast 5 Prozent ihrer Mitglieder abgeben und verzeichnete damit im vergangenen Jahr das größte Minus aller DGB-Gewerkschaften.Das dürfte einmal an dem Tarifstreit bei der Bahn 2007/2008 gelegen haben, in dem die Lokführergewerkschaft GDL für ihre Klientel eine deutlich höhere Lohnsteigerung herausholen konnte. Ein weiterer Grund dürfte der Wechsel von Transnet-Chef Norbert Hansen ins Bahnmanagement gewesen sein. Der GDL bescherte die Tarifauseinandersetzung einen kräftigen Mitgliederzuwachs. Insgesamt gehören ihr nun rund 34.000 Lokführer an. Die Mitgliederzahlen im Einzelnen (Tabelle).

Kurz notiert

  • Laut Bundesarbeitsgericht (1 AZR 515/08) darf eine Gewerkschaft unaufgefordert E-Mails an Dienstadressen eines Unternehmens schicken – sogar dann, wenn den dortigen Mitarbeitern das Schreiben privater E-Mails untersagt ist. Die Gewerkschaften haben nach dem Urteil aus Erfurt auch das Recht auf Werbung in Unternehmen, sofern sie damit nicht die Betriebsabläufe stören.
  • Der DGB erhält künftig weniger Geld von seinen acht Mitgliedsgewerkschaften. Außerdem wird der Bundesvorstand um ein Mitglied auf vier Mitglieder verkleinert. Vor Ort sollen vor allem Ehrenamtler den DGB repräsentieren. Darauf haben sich DGB-Chef Sommer und die Chefs der Einzelgewerkschaften geeinigt. Der Zeitpunkt der Umstellungen ist noch offen. Unklar ist auch, ob die Bezirke Berlin/Brandenburg und Sachsen als eigene Bezirke erhalten bleiben oder ob sie zu einem einzigen rein ostdeutschen DGB-Landesbezirk zusammengelegt werden.
  • Auf die vormittäglichen NRW-Lehrerstreiks im Januar reagierte der Bundes-Chef der Schüler-Union, Younes Quapasse (20), empört: „Vor dem Abi ist für die Schüler jede einzelne Stunde Vorbereitung wichtig. Wenn Lehrer für mehr Lohn demonstrieren möchten, müssen sie dies nach Schulschluss tun.“
  • Schwedens Metallgewerkschaft IF Metall wird künftig Lohnkürzungen akzeptieren, um Arbeitsplätze zu retten. Das ergibt sich aus einem „Notstands-Tarifvertrag“ mit den Arbeitgeberverbänden. Bislang hatten Schwedens Gewerkschaften Lohnkürzungen strikt abgelehnt.
Schlichtung ist weiterhin nötig
IW-Nachricht, 20. März 2017

Tarifverhandlungen Berliner Flughäfen Vermitteln reicht nichtArrow

Nachdem die Tarifverhandlungen für das Bodenpersonal an den Berliner Flughäfen gescheitert sind, soll nun der ehemalige Berliner Innensenator Ehrhart Körting vermitteln. Dieser Schritt ist richtig, reicht aber nicht aus. Denn im Gegensatz zu einem Schlichter nimmt Körting als Mediator keinen inhaltlichen Einfluss auf die Verhandlungen. mehr

IW-Gewerkschaftsspiegel, 3. März 2017

Verhandlungsmanagement Mehr Professionalität – weniger EskalationArrow

In einem Tarifkonflikt können durch gutes Verhandeln effiziente Lösungen gefunden werden, die das Arbeitskampfrisiko verringern. Dies verlangt aber eine Professionalisierung des Verhandlungsmanagements. mehr

IW-Gewerkschaftsspiegel, 3. März 2017

Mediation Lohnendes Investment Arrow

Eine Mediator verbessert den Verhandlungsprozess in Tarifverhandlungen. Dadurch können sich die Tarifparteien stärker auf die inhaltlichen Aspekte konzentrieren. So steigert eine Mediation die Einigungschancen. mehr