DGB-Gewerkschaften
DGB-Gewerkschaften

Die Mitgliederzahlen des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) für 2010 zeigen, dass der Dachverband im vergangenen Jahr knapp 72.000 Mitglieder verloren hat. Das entspricht einem Rückgang von 1 Prozent. Im Vergleich zur Mitgliederentwicklung vorausgegangener Jahre fiel der letztjährige Verlust des DGB moderat aus. Während einige kleinere Mitgliedsgewerkschaften Zugewinne verzeichnen konnten, gab es bei den vier größten Einzelgewerkschaften des DGB, der IG Metall, ver.di, der IG Bergbau, Energie, Chemie und der IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU), Verluste. Absolut betrachtet verloren ver.di (43.745) und die IG Metall (23.432) die meisten Mitglieder. Relativ betrachtet steht jedoch die IG BAU als größter Verlierer da: Sie hat einen Verlust in Höhe von 3,3 Prozent zu verkraften (siehe Tabelle).

Ver.di erklärt seine Verluste als Resultat von Austritten von Rentnern und Arbeit suchenden. Die IG Metall betont, dass es ihr inzwischen gelungen sei, die Mitgliederentwicklung von der Beschäftigungsentwicklung loszulösen: Obwohl zwischen Januar 2009 und Mai 2010 rund 200.000 Arbeitsplätze in ihrem Organisationsbereich abgebaut wurden, sei die IG Metall recht stabil durch die Krise gekommen. In den Betrieben sei die Zahl der Mitglieder nur um 0,3 Prozent gesunken.

Zu den Gewerkschaften mit Mitgliedergewinnen gehören die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, die Gewerkschaft der Polizei und die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten. Der Mitgliedergewinn der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft ist hingegen kein realer Zugewinn. Er resultiert aus der Fusion von der im DGB verankerten Transnet mit der früher dem Deutschen Beamtenbund angeschlossenen Bahnbeamtengewerkschaft GDBA Anfang Dezember 2010. Die GDBA steuerte rund 40.000 Mitglieder zur fusionierten Organisation bei.

Neben dem DGB gibt es mit dem Deutschen Beamtenbund (DBB) und dem Christlichen Gewerkschaftsbund (CGB) zwei weitere Dachverbände. Von diesen konnte der DBB in den letzten Jahren leichte Mitgliedergewinne erzielen. Nach dem Austritt der GDBA sind derzeit noch 1,25 Millionen Mitglieder im DBB organisiert. Der CGB organisiert rund 270.000 Beschäftigte.

Insgesamt waren im letzten Jahr rund 7,7 Millionen Menschen gewerkschaftlich organisiert. Rund ein Viertel davon sind inaktiv (Rentner, Arbeitslose, Studenten). Damit liegt der Anteil der gewerkschaftlich organisierten Arbeitnehmer an allen Arbeitnehmern – der sogenannte Netto-Organisationsgrad – bei etwa 17 Prozent. Dieser auf Basis von Gewerkschaftsangaben geschätzte Anteil ist etwas geringer als Berechnungen auf der Grundlage der Allgemeinen Bevölkerungsumfrage (ALLBUS) oder des Sozio-ökonomischen Panels (SOEP). Der ALLBUS kommt für das Jahr 2008 auf einen Netto-Organisationsgrad von 19,3 Prozent, das SOEP weist für das Jahr 2007 einen Wert von 17,8 Prozent aus. In beiden Befragungen wurde auch im letzten Jahr nach der gewerkschaftlichen Mitgliedschaft gefragt. Die Daten stehen aber erst im Laufe dieses Jahres zur Verfügung.

Schlichtung ist weiterhin nötig
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