Image

Das schrittweise Absenken des gesetzlichen Versorgungsniveaus wurde notwendig, um den drohenden Anstieg des Beitragssatzes zur umlagefinanzierten Rentenversicherung zu begrenzen. Dabei musste der Gesetzgeber bereits zweimal nachsteuern, um seine selbstgesteckten Reformziele einhalten zu können. Zum einen wurde der Nachhaltigkeitsfaktor nachträglich in die Rentenanpassungsformel eingefügt, zum anderen wird die Regelaltersgrenze seit 2012 bis zum Jahr 2031 schrittweise von 65 Jahren auf 67 Jahre angehoben.

Obwohl sich an den demografischen Rahmenbedingungen und damit an der Begründung des eingeschlagenen Reformpfads nichts geändert hat, stehen erneut Forderungen nach einer grundlegenden Reform der Alterssicherung auf der politischen Agenda. Im Fokus derjenigen, die für eine Abkehr von dem gewählten Pfad votieren, stehen vor allem Zweifel an der Leistungsfähigkeit der Gesetzlichen Rentenversicherung. Die bevölkerungsweite Akzeptanz des Systems wird angesichts eines sinkenden Versorgungsniveaus infrage gestellt. Ein günstiges Arbeitsmarktumfeld und die daraus resultierende Entwicklung der Beitragseinnahmen scheint die Argumentation zugunsten eines Kurswechsels in der Rentenpolitik zu stutzen. Aber auch im Lager derjenigen, die an dem bislang verfolgten Reformkurs festhalten wollen, keimen Zweifel, ob die betriebliche und private Altersvorsorge hinreichend Verbreitung finden, um drohende Einbußen bei der gesetzlichen Versorgung kompensieren zu können. Hinter beiden Argumentationslinien steht die Befürchtung einer künftig stark steigenden Armutsgefährdung im Alter.

IW-Analyse

Susanna Kochskämper / Jochen Pimpertz: Die gesetzliche Alterssicherung auf dem Prüfstand

IconDownload | PDF

Ansprechpartner

Gastbeitrag, 11. Mai 2017

Susanna Kochskämper auf n.tv.de Der falsche Fokus bei der AltersarmutArrow

Wenn von Armut in Deutschland die Rede ist, geht es oft um Rentner. Dabei hat sich deren Lage in den vergangenen Jahrzehnten verbessert. Die wirklichen Problemgruppen sind ganz andere. Ein Gastbeitrag von Susanna Kochskämper, Wissenschaftlerin im Kompetenzfeld Soziale Sicherungssysteme des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln. mehr

27. April 2017

Alterssicherung Rentenpolitik: Die Jungen sind die DummenArrow

Mit der Mütterrente und der abschlagfreien Rente mit 63 hat die Große Koalition aus CDU/CSU und SPD nach der Wahl von 2013 Geschenke verteilt. Neue Berechnungen des IW Köln zeigen jetzt: Die beiden Neuregelungen kommen die Jungen teurer zu stehen als seitens der Regierung veranschlagt. Würde die Mütterrente noch einmal ausgeweitet, wie es die CSU erwägt, wären die Zusatzkosten immens. mehr auf iwd.de

Be careful with benchmarking in pension policy
IW-Nachricht, 17. März 2017

Pension Systems Be careful with benchmarking in pension policyArrow

The Eurogroup will look into the possibility of introducing benchmarking in pension policy. Most European pension systems face a similar demographic challenge. Yet, they differ in many aspects. If this is not taken into account, a benchmarking process is likely to fail its purpose. mehr