Ausgehend vom Ursprung und den Konsequenzen dieser in frühkirchlicher Tradition seit 400 n. Chr. als Todsünde bezeichneten Triebkräfte, wird hier ein neuer Blick auf sie gewagt. Statt einer rein tugendethischen Verurteilung der Menschen, die ihnen erliegen, wird ergründet, wie sich das Verhalten in andere Bahnen lenken und die Sehnsüchte steuern lassen, um die negativen Konsequenzen zu vermeiden. Diese utilitaristische Perspektive wird um verhaltensökonomische Er¬kenntnisse erweitert, auch um aufzuzeigen, wie Wirtschaft und Unternehmen mit dem Thema „Todsünden“ umgehen können. Denn ein Vorwurf lautet, die Wirtschaft lebe ganz gut von unseren Sünden – etwa von der Völlerei, die sich zum Beispiel im Konsumrausch, bei Fast Fashion oder beim Flatrate-Saufen zeigt; oder vom Neid, der im Wettbewerb als Ansporn für Erfolge sorgen kann. Wie lassen sich die den Todsünden zugrunde liegenden Motive so verändern und lenken, dass für alle positive Folgen entstehen und die Gesellschaft nicht unter ihnen leidet? Wie kann und muss die ökonomische Theorie angepasst und im Sinne der Verhaltensökonomik weiterentwickelt werden, damit auch wenig rationales Verhalten erklärt werden kann? Was können Unternehmen tun, um aus diesen Lastern am Ende etwas Positives zu machen? Antworten auf diese Fragen bietet die vorliegende IW-Analyse.