Sie sind zwar alle mit dem Einsatz digitaler Technologien und der Verbreitung des (mobilen) Internets in einer Volkswirtschaft verbunden, weisen aber unterschiedliche Facetten auf. So sprechen die einen grundlegende Veränderungen bei den Geschäftsmodellen an. Andere betonen wiederum Transformationsprozesse bei der Organisation von Unternehmen, Unternehmensverbünden und Prozessen. Schließlich fokussieren manche auch auf die Veränderungen, die die Digitalisierung bei den Arbeitsaufgaben der Mitarbeiter und den Kompetenzanforderungen auslöst. Alle Perspektiven haben ihre Berechtigung. Gleichwohl zeigt die Vielzahl der Blickwinkel, dass die Digitalisierung zunächst einmal auch ein Schlagwort ist, dessen Merkmale genau zu definieren sind.

Die Digitalisierung der Industrie wird hierzulande gerne mit dem Zusatz „4.0“ versehen. Das klingt nach Zukunft. Ist es auch. Nimmt man zum Beispiel den Industrie-4.0-Readiness-Index der IW Consult zum Maßstab, befindet sich der Transformationsprozess in den meisten Unternehmen noch im Ausgangsstadium. Mit welchen Schritten und in welcher Geschwindigkeit dieser sich vollziehen wird, welche Maßnahmen geeignet sind, um den erfolgreichen Wandel einzuleiten, ist vielerorts noch nicht bekannt. Das gilt auch für die Unternehmen in der chemischen und pharmazeutischen Industrie. Da sie als kapitalintensive Prozessindustrie einige Besonderheiten aufweist, ist zudem offen, ob sich Erfahrungen und Trends in Branchen wie z. B. dem Maschinenbau und der Informationswirtschaft, die häufig im Zusammenhang mit Industrie 4.0 und Netzwerkwirtschaft genannt werden, auf die chemische und pharmazeutische Industrie übertragen lassen.