Weltweit wächst der Primärenergieverbrauch – das ist nicht zuletzt eine Folge der wachsenden Bevölkerung und der Industrialisierung der Entwicklungs- und Schwellenländer. In Deutschland geht der Energieverbrauch dagegen zurück, denn hier wird vergleichsweise sparsam mit Energie umgegangen. Dennoch wird die Bundesrepublik auch in Zukunft beträchtliche Mengen an fossilen Energierohstoffen aus dem Ausland beziehen müssen – insbesondere Erdöl, Erdgas und Steinkohle. Dabei konkurriert Deutschland immer stärker mit Abnehmern aus Entwicklungs- und Schwellenländern.

Heimische Förderung von Energierohstoffen sorgt für mehr Versorgungssicherheit. Eine aktuelle Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln und der IW Consult GmbH zeigt in einem empirischen Vergleich der Versorgungsrisiken von Deutschland und fünf weiteren Staaten, dass die Importabhängigkeit von Energierohstoffen risikosteigernd wirkt. Mit höheren Importanteilen gehen zudem größere Risiken bei anderen in die Betrachtung einbezogenen Komponenten einher, wie zum Beispiel Investoren- und Konfliktrisiken sowie die Konzentration der Importe auf eine geringe Zahl von Herkunftsländern.

Die Nutzung der Braunkohle trägt maßgeblich dazu bei, dass Deutschland in diesem Sechs-Ländervergleich – trotz der hohen Importabhängigkeit bei Öl, Erdgas und Steinkohle – gemeinsam mit Japan im Mittelfeld liegt. Bei der Stromerzeugung weist Deutschland gemeinsam mit den USA aufgrund hoher Verwendungsanteile von Braunkohle besonders geringe Versorgungsrisiken auf. In den USA kommt noch hinzu, dass Erdgas aufgrund der eigenen Förderung und dem Bezug aus Kanada als relativ risikoarm eingestuft wird. Zusätzlich reduziert der verstärkte Einsatz erneuerbarer Energien das Versorgungsrisiko bei Energierohstoffen in Deutschland, weil die erneuerbaren Energien einige Risikomerkmale der fossilen Energien nicht teilen. In einer Betrachtung von Szenarien der künftigen Stromerzeugung in Deutschland stellt sich die Kombination von Braunkohle und erneuerbarer Energien als risikominimierende Strategie dar.

Gutachten im Auftrag von RWE Power AG

Thilo Schaefer / Adriana Neligan / Roman Bertenrath / Cornelius Bähr: Versorgungssicherheit mit Energierohstoffen

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20. Juni 2017

Interview mit Tobias Paulun „Mit einem liquiden Markt sollte man nicht spielen“Arrow

Damit die EU eines Tages eine Energieunion mit grenzüberschreitendem Handel und einer gemeinsamen Energiepolitik wird, hat die EU-Kommission in ihrem neuen „Strommarktdesign“ unter anderem vorgeschlagen, die Preiszonen im Strommarkt neu zu definieren. Was die European Energy Exchange (EEX) davon hält, erläutert Tobias Paulun, Mitglied des EEX-Vorstands, im iwd. Zunächst aber erklärt er, was die Energiebörse in Leipzig überhaupt macht. mehr auf iwd.de

19. Juni 2017

Sandra Parthie / Thilo Schaefer Auf dem Weg in die EnergieunionArrow

Die EU-Kommission will den europäischen Energiebinnenmarkt voranbringen und hat deshalb ein neues Konzept für den Strommarkt vorgeschlagen. Dazu sollen unter anderem die grenzüberschreitende Zusammenarbeit aus- und Staatseingriffe abgebaut werden. Um die Investitionen in weitere Netze und Erzeugungskapazitäten anzuregen, ist zudem ein neuer Zuschnitt der sogenannten Strompreiszonen in der Diskussion – ein Plan, der in Deutschland auf Widerspruch stößt. mehr auf iwd.de