Gegenwärtige Generationen fühlen sich den vergangenen und den kommenden Generationen nicht automatisch verbunden. Weder aus einem abstrakten moralischen Grundverständnis lässt sich ableiten, dass eine Generation Rechte oder Pflichten gegenüber einer anderen hätte. Noch bieten unser Demokratieverständnis und das politische System dafür bisher die entsprechenden institutionellen Voraussetzungen, da zukünftige Generationen zum Beispiel kein Stimmrecht haben. Deshalb behauptet der Sozialwissenschaftler Guy Kirsch (2009, 326), dass es persönliche Nähe und Verbundenheit sind, welche heutige Generationen auf die Probleme anderer Generationen aufmerksam machen. Die psychologische Distanz zwischen den Generationen sei entscheidend. Eine mögliche Erklärung ist dann das Erbschaftsmotiv, welches das altruistische Verhalten zumindest von Eltern und Großeltern erklären kann.