Haupttreiber dieser Entwicklung ist die weiterhin hohe und zunehmende Nachfrage nach Bauingenieuren. Verglichen zum Vorjahresquartal legte die Arbeitskräftenachfrage insgesamt um mehr als 13 Prozent zu. Gleichzeitig bewegt sich das Arbeitskräfteangebot in Form von arbeitslos Gemeldeten auf einem konstant niedrigen Niveau. Zwischen April und Juni 2017 suchten durchschnittlich 25.621 Personen eine Beschäftigung in einem Ingenieurberuf. Damit hat die Zahl der Arbeitslosen in Ingenieurberufen gegenüber dem Vorjahreswert um 8,3 Prozent abgenommen.

Die seit Monaten beobachtbare gegenläufige Entwicklung von Arbeitskräftenachfrage und -angebot zeichnet sich in der Engpasskennziffer besonders deutlich ab. Entfielen vor einem Jahr auf 100 arbeitslos gemeldete Personen noch rund 248 offene Stellen, war im Berichtszeitraum ein Wert von 306 offenen Stellen zu beobachten. Innerhalb eines Jahres verzeichnete die Engpassrelation einen Anstieg um 23,5 Prozent – auf 100 Arbeitslose entfielen demnach 58 mehr offene Stellen als im Vorjahresquartal. Insbesondere im Baubereich wird es zunehmend schwierig, die Arbeitskräftenachfrage zu decken. Der Baubereich verzeichnete wie bereits in den vergangenen Quartalen die größte Nachfrage nach Ingenieuren und vereinte mit knapp 30.000 offenen Stellen rund 38 Prozent des gesamten Stellenangebots in den Ingenieurberufen auf sich. In der Folge der wachsenden Nachfrage bei einem sinkenden Arbeitskräfteangebot verfestigen sich im Baubereich die Engpässe, was sich allen voran bei öffentlichen Bau- und Sanierungsvorhaben bereits bemerkbar macht. So mussten Kommunen teilweise aktuelle Bauvorhaben oder Sanierungspläne verschieben oder gar auf Eis legen. Mit 465 zu besetzenden Stellen je 100 Arbeitslosen war im Baubereich auch der größte Engpass im zweiten Quartal 2017 feststellbar.

Die sich verschärfende Engpasssituation in den Ingenieurberufen unterstreicht den aktuellen Handlungsbedarf, der darin liegt, Engpässe abzubauen und offene Stellen in den Ingenieurberufen zügig zu besetzen. Dabei gilt es, alle vorhandenen Fachkräftepotenziale zu aktivieren sowie die Ausbildung des Fachkräftenachwuchses weiter zu fördern. Nur so kann es gelingen, aktuelle wie künftige Herausforderungen zu meistern – angefangen bei der Gestaltung des digitalen Wandels über die erfolgreiche Umsetzung der Energiewende bis hin zur Stärkung der Innovationsfähigkeit. Der sich hieraus ergebende Bedarf an qualifizierten Fachkräften sowie die aktuell äußerst positive Geschäftsentwicklung und -erwartung lassen vermuten, dass die Nachfrage nach Ingenieuren so schnell nicht abreißen wird.