Saisonbedingt lag die Zahl der Arbeitslosen mit gut 26.600 zwar leicht über dem vorangegangenen Quartal, gegenüber dem Vorjahreswert sank sie aber um 7,4 Prozent. In der Folge lassen sich am Ingenieurarbeitsmarkt in einzelnen Regionen und Kategorien sich verfestigende Engpässe feststellen. Bundesweit und über alle Branchen lag die Engpassrelation bei 278 offenen Stellen je 100 Arbeitslosen. Im Vorjahresquartal lag der Wert noch bei 229 und damit um fast 50 offene Stellen je 100 Arbeitslosen niedriger. Weiterhin ist die hohe Arbeitskräftenachfrage in den Bereichen Bau, Maschinen- und Fahrzeugtechnik sowie Energie- und Elektrotechnik Haupttreiber der positiven Beschäftigungssituation am Ingenieurarbeitsmarkt.

Erneut war der Bereich Bau, Vermessung und Gebäudetechnik, Architekten Spitzenreiter bei der Zahl der offenen Stellen. Über 28.200 und damit 38 Prozent der gesamten Arbeitskräftenachfrage entfielen auf diesen Bereich. Die aktuellen Zahlen zu den Auftragseingängen im Bauhauptgewerbe lassen vermuten, dass die Nachfrage insbesondere nach Bauingenieuren so schnell nicht abebben wird. Der Baubereich war unter allen Ingenieurberufen der einzige Bereich, in dem das Stellenangebot gegenüber dem Vorjahresquartal sogar in allen Regionen einen Zuwachs verbuchte. Insbesondere in den süddeutschen Regionen führte dies dazu, dass die Engpässe sich dort auf einem Niveau von 6 offenen Stellen je arbeitslos Gemeldeten verfestigen.

Bundesweit stieg die Anzahl offener Stellen in allen Regionen an, während das Arbeitskräfteangebot mit Ausnahme von Rheinland-Pfalz/Saarland in allen Regionen sank. Für Ingenieure bleiben die Beschäftigungsperspektiven also weiterhin sehr positiv. Allen voran im Baubereich, wo es für den öffentlichen Dienst zunehmend schwierig wird, Ingenieure zu finden, wie der Ingenieurmonitor 2016/IV gezeigt hat. Neben dem Bauboom, der sich auch im ersten Quartal 2017 in den Zahlen zum Ingenieurarbeitsmarkt deutlich macht, beeinflusst unter anderem auch der gestiegene Innovationsdruck die Konjunktur auf dem Ingenieurarbeitsmarkt positiv. Um das von der Bundesregierung ehrgeizige Vorhaben jährlich drei Prozent des Bruttoinlandprodukts (BIP) in Forschung und Entwicklung (FuE) zu investieren, auch langfristig erreichen zu können, wird zusätzliches Forschungspersonal benötigt. Auch im Bereich Forschung und Entwicklung ist der Bedarf an Ingenieuren dementsprechend weiterhin hoch.