Lange gingen demographische Prognosen und Vorausberechnungen davon aus, dass die Bevölkerung Deutschlands in den kommenden Jahrzehnten leicht zurückgehen und die Gesellschaft altern wird. Zu den hierzu vielfach diskutierten Aspekten gehörten insbesondere der Fachkräftemangel, die Zukunft der sozialen Sicherungssysteme oder die Auswirkungen auf die ländlichen Räume. Die als Folge der Schuldenkrise, der europäischen Freizügigkeit und im Jahr 2015 insbesondere durch die Flüchtlingskrise stark angestiegene Zuwanderung nach Deutschland stellt auch die Immobilienwirtschaft vor neue Herausforderungen.

Das vorliegende Gutachten liefert vor diesem Hintergrund eine Vorausberechnung des Wohnungsbedarfs für den deutschen Wohnungsmarkt bis 2020. Die Grundlage bildet die Vorausberechnung des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (Henger et al. 2015b). Dieses Gutachten geht von einem jährlichen Bedarf von 267.000 Wohneinheiten für die Jahre 2015 bis 2020 aus. Aufgrund der vorausgegangenen niedrigen Bautätigkeit sehen Henger et al. (2015a) einen Nachholbedarf von jährlich 51.667 Wohneinheiten.

Die aktuelle Flüchtlingskrise bedingt jedoch, dass die den existierenden demographischen Vorausberechnungen und Prognosen unterstellten Annahmen über die Zuwanderung revidiert werden müssen. Aus diesem Grund liefert das vorliegende Gutachten eine ergänzende Modellrechnung über den zusätzlichen Wohnungsbedarf, der sich als Folge der Flüchtlingskrise ergibt. Hierzu wird im ersten Schritt vorausberechnet wie viele Personen am Wohnungsmarkt zusätzlich Wohnraum nachfragen werden. Im zweiten Schritt wird deren pro-Kopf-Wohnflächenkonsum abgeschätzt. Die aus diesen Größen resultierende Gesamtnachfrage wird anschließend in zusätzliche benötigte Wohneinheiten übersetzt.

Die Unsicherheit über die zukünftige Entwicklung wird im vorliegenden Gutachten über die Verwendung von Szenarien abgebildet. Je nach Szenario resultiert ein durchschnittlicher jährlicher Baubedarf zwischen ca. 402.000 und 447.000 Wohneinheiten für den Zeithorizont von 2015 bis 2020 für den deutschen Wohnungsmarkt. Diese Werte übersteigen die von Bauministerin Hendricks jüngst aufgerufenen 350.000 Wohneinheiten deutlich.

Gutachten für die Deutsche Invest Immobilien GmbH

Philipp Deschermeier / Björn Seipelt / Michael Voigtländer: Auswirkungen der erhöhten Zuwanderung auf demographische Prognosen und die Folgen für den Wohnraumbedarf in Deutschland

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Der Crash bleibt aus
IW-Kurzbericht, 15. September 2017

Michael Voigtländer / Jan Hebecker Immobilien-Index: Der Crash bleibt ausArrow

Die Unternehmen sind sich sehr sicher: Ein Crash in den nächsten zwei Jahren ist nicht zu erwarten, weder im Wohnungsmarkt noch im Gewerbeimmobilienmarkt. Und auch ansonsten schätzen die Unternehmen die Lage und auch die Aussichten als sehr gut ein. Im Vergleich zum Vorquartal hat sich die ohnehin sehr gute Stimmung sogar noch weiter verbessert. mehr

Perspektiven für private Kleinvermieter
Presseveranstaltung, 13. September 2017

Pressegespräch mit Livestream Perspektiven für private KleinvermieterArrow

Deutschland ist traditionell eine Mieternation, knapp 55 Prozent aller Haushalte hierzulande leben in einer gemieteten Wohnung. Die überwiegende Mehrheit aller Mietwohnungen wird von sogenannten Kleinvermietern angeboten, also Haushalten, die sich nicht hauptberuflich mit der Vermietung von Wohnungen und Gewerbeflächen beschäftigen. mehr

Private Vermieter: Aus allen Schichten
Pressemitteilung, 13. September 2017

Michael Voigtländer / Björn Seipelt Private Vermieter: Aus allen SchichtenArrow

Anders als häufig gedacht, sind Vermieter von Wohnungen und Häusern nicht immer auch reich, zeigt eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW). Tatsächlich werden die meisten Mietwohnungen in Deutschland von privaten Kleinvermietern angeboten. mehr