Im Jahr 2011 hat ein Allzeitrekordwert von 116.500 Studienanfängern ein ingenieurwissenschaftliches Studium aufgenommen, von denen viele im laufenden Jahr 2015 ihren Bachelor-Abschluss erreichen werden. In diesem Wert spiegeln sich jedoch zahlreiche Sonder- und Einmaleffekte wie die Aussetzung der Wehrpflicht oder die G8-Reform in zahlreichen westdeutschen Bundesländern wider. 2014 verzeichneten die Ingenieurwissenschaften bereits 10.000 Studienanfänger weniger. Und in Folge des anhaltenden Rückgangs der Schülerzahlen werden auch die Studienanfängerzahlen in den Ingenieurwissenschaften künftig nochmals zurückgehen. Das heimische Absolventenpotenzial wird in den Jahren bis 2029 entsprechend sinken. Gleichzeitig werden in diesem Zeitraum infolge der demografischen Entwicklung immer mehr ältere Ingenieure aus dem Erwerbsleben ausscheiden. Über den resultierenden Personalbedarf hinaus, der dem Ersatz altersbedingt ausscheidender Ingenieure dient, führen langfristige Trends wie volkswirtschaftliches Wachstum, die Forschungs- und Wissensintensivierung der Gesellschaft oder die Digitalisierung der Arbeitswelt dazu, dass die Arbeitskräftenachfrage nach Ingenieuren künftig weiter steigen wird.

Vor diesem Hintergrund haben der Verein Deutscher Ingenieure und das Institut der deutschen Wirtschaft Köln ein Szenariomodell für den deutschen Ingenieurarbeitsmarkt bis zum Jahr 2029 entwickelt, um angesichts des demografischen Wandels frühzeitig auf die Herausforderungen im Ingenieurbereich reagieren zu können. Datengrundlage des Szenariomodells sind die amtlichen Statistiken des Mikrozensus, die Prüfungsstatistik und die Studierendenstatistik des Statistischen Bundesamtes. Im Rahmen des Szenariomodells wird auf der einen Seite das künftige Arbeitskräfteangebot in Abhängigkeit der relevanten angebotsseitigen Einflussfaktoren wie der Beliebtheit des Ingenieurstudiums unter den Studienanfängern, der abschlussbezogenen Erfolgsbilanz ingenieurwissenschaftlicher Studiengänge oder der Zuwanderung von Ingenieuren aus dem Ausland analysiert. Dem gegenüber stehen die künftige Arbeitskräftenachfrage und deren Determinanten wie die Erwerbsbeteiligung älterer Ingenieure oder der Zusatzbedarf in besonders beschäftigungsdynamischen Branchen.

Ergänzend hierzu wurde das Szenariomodell in Form einer webbasierten Anwendung aufbereitet (www.vdi.de/szenariotool), welche die künftigen Entwicklungen von Arbeitskräfteangebot und -nachfrage in den Ingenieurwissenschaften im Rahmen von interaktiven Szenariorechnungen illustriert. Mittels Stellschrauben wird dabei die Möglichkeit gegeben, die Wirkungsrichtung und das Ausmaß verschiedener Einflussfaktoren auf den Ingenieurarbeitsmarkt der Zukunft sowie die Bandbreite der möglichen künftigen Entwicklungen nachzuvollziehen.

Studie für den Verein Deutscher Ingenieure

Oliver Koppel: Szenariomodell Ingenieurarbeitsmarkt – Die künftige Entwicklung von Arbeitskräfteangebot und -nachfrage bis zum Jahr 2029

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Es gibt keine Krise bei Facharbeitern
IW-Nachricht, 14. Juni 2017

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Einer neuen OECD-Studie zufolge ist der Anteil von Arbeitsplätzen mit mittlerer Qualifikation auch in Deutschland stark gesunken. Grund ist die Digitalisierung – dafür steigt die Beschäftigung der Hoch- und Niedrigqualifizierten. Allerdings gibt es für diese These zumindest hierzulande keine Belege. mehr

MINT-Frühjahrsreport 2017
Gutachten, 10. Mai 2017

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Die Erwerbstätigkeit von MINT-Akademikern ist von 2011 - 2014 um 10,6 Prozent gestiegen. Diese Entwicklung wurde von Zuwanderung, einem höheren Frauenanteil und mehr Älteren begünstigt. Weniger günstig entwickelte sich die Erwerbstätigkeit von beruflich qualifizierten MINT-Fachkräften. mehr

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Wer naturwissenschaftlich oder technisch ausgebildet ist, hat in Deutschland wesentlich bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt als Menschen mit anderen Qualifikationen. Das gilt auch für Zuwanderer. mehr auf iwd.de