Die monatsdurchschnittliche Zahl der offenen Stellen überschritt im dritten Quartal dieses Jahres die Marke von 70.000. Damit lag das Stellenangebot um 11,5 Prozent höher als im Vorjahresquartal. Demgegenüber sank die Zahl der arbeitslos gemeldeten Personen erneut und befindet sich nun mit monatsdurchschnittlich 26.800 Personen auf dem niedrigsten Niveau seit Anfang 2014. Verglichen mit dem Vorjahresquartal ist die Anzahl arbeitslos gemeldeter Personen damit um knapp fünf Prozent gesunken. In der Konsequenz stieg die Engpassrelation auf einen bundesdurchschnittlichen Wert von 261. Das bedeutet, durchschnittlich entfielen auf 100 Arbeitslose 261 offene Stellen.

Wie bereits im vergangenen Quartal wiesen erneut die Bereiche Bau, Vermessung und Gebäudetechnik, Architekten (25.090), die Maschinen- und Fahrzeugtechnik (15.610) sowie der Bereich Energie- und Elektrotechnik (14.300) die meisten offenen Stellen auf. Die steigende Nachfrage bei einer gleichzeitig niedrigen Zahl von Arbeitslosen in den Ingenieurberufen führt dazu, dass die Arbeitslosenquote sich auf einem konstant niedrigen Niveau von zwei Prozent bewegt und somit Vollbeschäftigung herrscht. Ein Wert von drei Prozent oder niedriger wird als Vollbeschäftigung bezeichnet, da in der Praxis davon ausgegangen wird, dass aufgrund von Arbeitsplatzwechsel immer auch eine gewisse Anzahl von Personen kurzfristig arbeitslos ist.

Die weiterhin positive Entwicklung in den Ingenieurberufen lässt sich bundesweit beobachten. Mit Ausnahme von Baden-Württemberg stieg in allen Regionen die Engpassrelation. Das heißt, verglichen mit dem Vorjahresquartal waren pro arbeitslos gemeldeter Person mehr offene Stellen zu besetzen. Dieser Wert lag in nahezu allen Bundesländern deutlich über 2:1. Lediglich Sachsen und Berlin/Brandenburg lagen darunter. Dass nach wie vor deutliche regionale Unterschiede existieren, unterstreichen die Enden der Skala der Engpassrelation. Die Engpasskennziffer in Bayern lag mit einem Wert von 411 offenen Stellen zu 100 Arbeitslosen mehr als drei Mal so hoch wie in Berlin/Brandenburg (119), wobei Berlin/Brandenburg verglichen zum Vorjahresquartal den höchsten Anstieg verzeichnete.

ie auch bereits in der ersten Jahreshälfte, ist der Bereich Bau, Vermessung und Gebäudetechnik, Architekten weiterhin auf Wachstumskurs und legte sowohl bei den zu besetzenden Stellen als auch bei der Engpassrelation deutlich zu. Die hohe Nachfrage nach Ingenieuren aus diesem Bereich dürfte zum Großteil auf den anhaltenden Bauboom in Deutschland zurückzuführen sein. In den ersten sieben Monaten des Jahres wurde der Bau von insgesamt 213.600 Wohnungen genehmigt – ein Zuwachs von gut 26 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Laut Angaben des Statistischen Bundesamtes ist dies der höchste Wert seit dem Jahr 2000. Haupttreiber der positiven Konjunktur in der Baubranche sind die anhaltend niedrigen Zinsen sowie die Unterbringungen von Flüchtlingen.