Trotz der immens hohen Absolventenzahlen in den Ingenieurwissenschaften ist die Arbeitslosigkeit im selben Zeitraum nur um 0,5 Prozent gestiegen, so dass im zweiten Quartal 2015 im Bundesschnitt bei einem Verhältnis von 217 zu 100 wieder deutlich mehr als zwei offene Stellen auf eine arbeitslos gemeldete Person kamen. Die gemessen an diesem Verhältnis größten Beschäftigungschancen boten der Maschinen- und Fahrzeugbau sowie die Energie- und Elektrotechnik mit rund 300 offenen Stellen pro 100 Arbeitslose. Auch regionale Differenzen sind deutlich spürbar. Insbesondere Baden-Württemberg mit 389 offenen Stellen je 100 Arbeitslose, Bayern mit einem Verhältnis von 333 zu 100 sowie Hessen mit einer Engpassrelation von 259 zu 100 boten in den Ingenieurberufen attraktive Beschäftigungschancen. Als einzige Arbeitsmarktregion bundesweit bot Berlin/Brandenburg mit einem monatsdurchschnittlichen Verhältnis von 81 offenen Stellen je 100 Arbeitslose eine eher getrübte Perspektive in den Ingenieurberufen; in allen anderen Bundesländern übertraf die Zahl der offenen Stellen die Zahl der Arbeitslosen in den Ingenieurberufen.

Im Kontext der Befunde der Ausgaben III/2014 und der aktuellen des Ingenieurmonitors zeigt sich, dass die besonders hohe Arbeitsmarktnachfrage in den südlichen Bundesländern mit den dortigen ingenieur-beruflichen Arbeitslosenquoten korrespondiert, die sich auf Vollbeschäftigungsniveau bewegen (Ingenieurmonitor III/2014). Hier nimmt Bayern mit einer durchschnittlichen Arbeitslosenquote von 1,4 Prozent knapp den Spitzenplatz vor Baden-Württemberg (1,6 Prozent) ein.