Die Digitalisierung hat in Form von Internetplattformen zu einer Verschärfung des Problems geführt, da gefälschte Produkte dort noch immer leicht und mit geringem Risiko für die Schutzrechtsverletzter vertrieben werden können. Gleichzeitig hat die Digitalisierung jedoch auf der anderen Seite durch standardisierte Produktdatenbanken auch die Aufdeckung von Produkt- und Markenpiraterie und durch RFID-Technologie die Nachverfolgung gefälschter Produkte erleichtert. Die vorliegende Studie analysiert auf Basis einer Befragung von Unternehmen aus der Industrie, den unternehmensnahen Dienstleistungen sowie des Baugewerbes, in welchem Umfang in Deutschland angesiedelte Unternehmen von Produkt- und Markenpiraterie betroffen sind, in welchen Ländern und Regionen der Welt die Verursacher zu finden sind, wie hoch der volkswirtschaftliche Schaden durch Produkt- und Markenpiraterie ausfällt und welche Handlungsempfehlungen u.a. für die Politik abgeleitet werden können. Während die obige OECD-Studie und vergleichbare internationale Studien lediglich die Effekte von grenzüberschreitender Produkt- und Markenpiraterie analysieren, beinhaltet die vorliegende Studie darüber hinaus diejenigen Effekte für die deutsche Volkswirtschaft, die von Schutzrechtsverletzungen aus dem Inland verursacht werden. Zunächst muss jedoch der Begriff der Produkt- und Markenpiraterie operationalisiert werden. Jedes zehnte Unternehmen in Deutschland ist in den zurückliegenden 5 Jahren mindestens einmal Opfer von Produkt- und Markenpiraterie geworden.