Aus volkswirtschaftlicher Sicht ist Wohneigentum sowohl mit Vor- als auch Nachteilen versehen. Eine hohe Wohneigentumsquote kann die Mobilität der Menschen einschränken und damit strukturelle Probleme im Arbeitsmarkt verstärken. Außerdem kann es bei einer hohen Wohneigentumsquote zu Gefahren für die Finanzstabilität kommen, wenn zu viele Haushalte überschuldet sind. Allerdings treten diese Gefahren nur dann auf, wenn die Rahmenbedingungen ungünstig sind. Die Mobilität der Wohneigentümer ist etwa dann höher, wenn die Transaktionskosten gering sind, und die Gefahren für die Finanzstabilität sind gering, wenn die Finanzierung dem Vorsichtsprinzip folgt und Haushalte etwa lange Zinsbindungen wählen. Auf der anderen Seite engagieren sich Wohneigentümer stärker in Nachbarschaften und weisen höhere Vermögen auf. Letztlich diszipliniert Wohneigentum die Haushalte und über die Entschuldung wird ein starker Anreiz gesetzt, ein Vermögen aufzubauen. Deutschland mit einer international geringen Wohneigentumsbildung weist daher im internationalen Vergleich sehr geringe durchschnittliche Vermögen auf.

Aus der Diskussion der Vor- und Nachteile der Wohneigentumsbildung lässt sich keine klare Begründung für eine Wohneigentumsförderung ableiten, wobei gerade die geringe Vermögensbildung in Deutschland ein starkes Argument für mehr Wohneigentum darstellt. Zumindest lässt sich aber keine Rechtfertigung für eine Benachteiligung des Wohneigentums finden. Die zunehmenden Erwerbsnebenkosten, vor allem bedingt durch stark steigende Grunderwerbsteuersätze, hindern aber viele Haushalte an der Eigentumsbildung, da nur wenige Mieter über ausreichend hohe Ersparnisse verfügen.

Ein internationaler Vergleich zeigt, dass insbesondere in Deutschland der Zugang zu Wohneigentum erschwert ist. Gemessen an den Erwerbsnebenkosten liegt Deutschland zwar im Mittelfeld, aber anders als in vielen Nachbarstaaten gibt es in Deutschland auch keine Förderung, die etwa Haushalten die Aufnahme von mehr Fremdkapital erleichtert. Auch Ausfallgarantien für Haushalte mit geringeren Einkommen gibt es in Deutschland nicht. Entsprechend nimmt Deutschland beim Zugang zu Wohneigentum eine Extremposition ein, während etwa in den Niederlanden oder Dänemark der Zugang deutlich leichter möglich ist.
Eine neue Förderung der Eigentumsbildung in Deutschland ist somit zwar nicht notwendig, aber eine Reduktion der Hemmnisse, vor allem in Form hoher Erwerbsnebenkosten, ist dringend geboten.