In den alten Bundesländern beträgt die Wohneigentumsquote 49 Prozent, in den neuen Bundesländern dagegen 33 Prozent. Mit 53,8 Prozent weist Baden-Württemberg die höchste Wohneigentumsquote aller Bundesländer auf, Berlin mit 18,4 Prozent hingegen die geringste, wobei die Quote dort in den letzten 10 Jahren um 7,5 Prozentpunkte gestiegen ist. Auch zwischen den gesellschaftlichen Gruppen gibt es erhebliche Unterschiede. Das einkommensstärkste Quintil kommt auf eine Wohneigentumsquote von 68 Prozent, das einkommensärmste dagegen nur auf 21 Prozent. Bei den über 65-Jährigen beträgt die Quote 59 Prozent, bei den unter 35-Jährigen dagegen nur 13 Prozent. Außerdem liegt die Quote bei Haushalten mit Migrationshintergrund bei nur 32 Prozent, bei solchen ohne Migrationshintergrund hingegen bei 49 Prozent.

Die starke Zuwanderung der letzten Jahre dürfte daher ein Grund sein, dass die Wohneigentumsquote stagniert. Viele Haushalte planen nur temporär in Deutschland zu bleiben und erwerben daher tendenziell weniger Wohneigentum. Allerdings ist auch bei Haushalten ohne Migrationshintergrund eine geringere Dynamik seit 2010 feststellbar. Zudem haben sich die Unterschiede zwischen den Generationen und Einkommensgruppen tendenziell verschärft. Ursächlich hierfür dürfte der hohe Kapitalbedarf sein. Nur 11 Prozent der Mieter verfügen über ein angespartes Vermögen von mehr als 50.000 Euro, aber für den Kauf einer Wohnung muss ein Haushalt rund 30 Prozent des Kaufpreises gespart haben. Die anhaltende Preisdynamik, die hohen Eigenkapital-Anforderungen der Banken und die höheren Grunderwerbsteuersätze erhöhen den Kapitalbedarf immer weiter. Durch die Kombination aus Anpassungen in der Grunderwerbsteuer, der Umstellung auf das Bestellerprinzip, der Einführung von Kreditausfallgarantien unter bestimmten Bedingungen, der Aufstockung der Vermögensförderung und der Adaption eines Vorbezugs wie in der betrieblichen Altersvorsorge in der Schweiz ließe sich der Kapitalbedarf deutlich reduzieren bzw. das zur Verfügung stehende Kapital erhöhen, ohne den Staat finanziell zu überfordern.