Ende September hat das Statistische Bundesamt vermeldet, dass sich die Lebenserwartung von 65-jährigen Frauen auf 20 Jahre und 7 Monate erhöht hat, jene von gleichaltrigen Männern auf 17 Jahre und 4 Monate. Zudem ist von einem Rückgang des Erwerbspersonenpotenzials der 20- bis 64-Jährigen bis zum Jahr 2030 um 6,3 Millionen auszugehen. Die Verlängerung der Lebensarbeitszeit ist daher eine angemessene politische Reaktion, um die Belastungen des demografischen Wandels gerecht auf mehrere Generationen verteilen zu können.

Die Vorzeichen für die Verlängerung der Lebensarbeitszeit sind günstig, denn die Beschäftigungssituation der Altersjahrgänge 50plus hat sich deutlich verbessert. In den vergangenen zehn Jahren ist zum Beispiel der Anteil der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in der Altersklasse der 60- bis 64 Jährigen bezogen auf die gleichaltrige Bevölkerung von 11 Prozent auf knapp 25 Prozent ange-stiegen. Bei den 55- bis 59-Jährigen ist mittlerweile fast jeder Zweite sozialversicherungspflichtig beschäftigt, im Jahr 2000 waren es dagegen nur 43 Prozent.

Grundsätzlich sind Ältere aber weiterhin beruflich deutlich weniger mobil als jüngere Vergleichspersonen. Allerdings war die Wahrscheinlichkeit, dass ein 55- bis 64-Jähriger den Arbeitgeber wechselte, zwischen 2006 und 2009 größer als im Zeitraum 1998 bis 2001 und seit der Umsetzung der Hartz-IV-Reform ist auch bei Älteren die Wahrscheinlichkeit angestiegen, dass ein Beschäftigungsverhältnis aus Arbeitslosigkeit oder Nicht-Erwerbstätigkeit aufgenommen worden ist.