Die Suchmaschine Google erzielt beim Wort Globalisierung im Bruchteil einer Sekunde mehr als fünf Millionen Treffer. Bei so viel Relevanz sollte man eigentlich annehmen, das Phänomen Globalisierung sei eindeutig definiert und
hinreichend erforscht – doch davon kann nun wahrlich keine Rede sein. Denn so global und international der Begriff daherkommt, so regional und individuell ist offenbar seine Interpretation. Obwohl die Globalisierung dem Wortsinn nach doch nichts anderes als die weitgehende Vereinigung der Menschheit zum Ziel hat („Die Welt wird zum Dorf“), scheint sie derzeit das genaue Gegenteil zu bewirken – sie spaltet und trennt Industrieländer von Entwicklungsländern, Reiche von Armen, Politiker von Bürgern, Gewinner von Verlierern, Arbeitgeber von Arbeitnehmern, West von Ost, Oben von Unten.