Die Entlohnungsunterschiede zwischen Frauen und Männern prägen schon seit einiger Zeit die öffentliche Diskussion. Mit ihrem Antrag bzw. Gesetzentwurf dokumentieren BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und SPD zwar ihre Absicht, sich für mehr Entgeltgleichheit zwischen Frauen und Männern einsetzen zu wollen, allerdings sind ihre Forderungen nicht zielführend. Denn Antrag und Gesetzesentwurf verkennen, dass die eigentlichen Ursachen für die Entgeltunterschiede vorwiegend in Merkmalen der Berufsbiographie begründet liegen, die weder in die Einflusssphäre der Unternehmen noch in jene der Tarifvertragsparteien fallen. Daher sind insbesondere verpflichtende Entgeltberichte für Unternehmen, verbunden mit einer zweifelhaften Methodik und scharfen Sanktionierungsmöglichkeiten, ein Verbandsklagerecht, Mindestlöhne usw. unsachgemäße und ineffiziente Eingriffe in die Vertragsfreiheit der Unternehmen bzw. Beschäftigten und in die grundgesetzlich geschützte Autonomie der Tarifvertragsparteien. Sie bergen stattdessen die Gefahr unerwünschter Anreizeffekte auf Seiten der Beschäftigten, belasten die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen durch mehr Bürokratie und wären mit gesamtwirtschaftlich negativen Beschäftigungswirkungen verbunden.

Stellungnahme zum Gesetzentwurf der SPD „Entgeltgleichheitsgesetz“ und zum Antrag von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN „Frauen verdienen mehr – Entgeltdiskriminierung von Frauen verhindern“

Jörg Schmidt / Oliver Stettes: Keine Notwendigkeit für staatliche Eingriffe in Entgeltfindung
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18. Oktober 2017

Sarah Pierenkemper Weibliche Flüchtlinge gezielt integrieren Arrow

Die Integration von Flüchtlingen auf dem Arbeitsmarkt ist eine große Herausforderung – das gilt vor allem für weibliche Flüchtlinge. Denn zu den vielen Aufgaben, die Migranten in Deutschland meistern müssen, kommt für den Großteil der Frauen noch etwas Spezifisches hinzu: die Vereinbarkeit von familiären und beruflichen Pflichten. mehr auf iwd.de

26. Juli 2017

Jörg Schmidt Traditionelle Rollenbilder leben längerArrow

In der Regel reduzieren in Deutschland vor allem Frauen ihre Arbeitszeit. Doch spätestens, wenn eine Führungsposition ansteht, wird häufig Vollzeit gearbeitet. Längere Arbeitszeiten können allerdings zu zeitlichen Konflikten führen, denn Hausarbeit und Betreuungspflichten sind noch immer höchst ungleich zwischen den Geschlechtern verteilt. mehr auf iwd.de

Unerwünschte Effekte von Lohntransparenz?!
IW-Report, 21. Juli 2017

Jörg Schmidt Unerwünschte Effekte von Lohntransparenz?! Arrow

Vergleichsprozesse spielen für das persönliche Wohlbefinden generell eine große Rolle. In einer Studie hat IW-Ökonom Jörg Schmidt untersucht, wie sich Lohnvergleiche auf die individuell empfundene Lohngerechtigkeit auswirken. Damit liefert er einen empirischen Beitrag zur derzeitigen Diskussion über die Erhöhung der Lohntransparenz. mehr