Hintergrund ist die Befürchtung, dass mit dem regelgebundenen Absinken des Sicherungsniveaus vor Steuern künftig ein Großteil der Bezieher gesetzlicher Renten armutsgefährdet sein wird. In dem Gutachten zur „Reform der Alterssicherung – Populäre Thesen, empirische Befunde und normative Ableitungen“ (Pimpertz, 2016) hat das IW Köln eine Schätzung zusätzlicher Aufwendungen vorgenommen, die mit einem derartigen rentenpolitischen Kurswechsel über den ohnehin erwarteten Ausgabenanstieg hinaus verbunden sind. Auf der Basis des Rentenversicherungsberichts der Bundesregierung vom November 2015 wurden dazu drei Szenarien verglichen: Das Status-quo-Szenario geht analog zum Rentenversicherungsbericht der Bundesregierung von einem Absinken des Sicherungsniveaus vor Steuern von 47,5 Prozent im Jahr 2015 bis auf 44,6 Prozent im Jahr 2029 aus, bei mittlerer Beschäftigungs- und Lohnentwicklung klettert der Beitragssatz gleichzeitig bis auf 21,5 Prozent. Dem werden die Szenarien mit einem künftig konstanten Sicherungsniveau vor Steuern von 47,5 Prozent respektive von einem höheren Rentenniveau von 50 Prozent gegenüber gestellt (Pimpertz, 2016, 14). Unter Ausblenden dynamischer Effekte, die aus einer Beitragsfinanzierung von bislang unberücksichtigten Mehrausgaben für das Arbeitsangebot und die Arbeitsnachfrage resultieren, lässt sich bei unveränderten beitrags- und steuerfinanzierten Anteilen ein Pfad für die Beitragssatzentwicklung hochrechnen (Pimpertz, 2016, 15 ff.). Dabei sind diese Berechnungen nicht im Sinne einer ökonomisch fundierten Prognose, sondern lediglich als grobe Orientierung zu interpretieren. Vor diesem Hintergrund soll im Folgenden berechnet werden, welche Nettoeinkommenseffekte für bestimmte Einkommens- und Haushaltskonstellationen entstehen, sollten sich die erwarteten Beitragssatzentwicklungen tatsächlich einstellen.

Kurzgutachten für die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft

Jochen Pimpertz / Martin Beznoska: Wie beeinflusst ein höheres Rentenniveau das Nettoeinkommen der Beitragszahler?

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Ansprechpartner

Be careful with benchmarking in pension policy
IW-Nachricht, 17. März 2017

Pension Systems Be careful with benchmarking in pension policyArrow

The Eurogroup will look into the possibility of introducing benchmarking in pension policy. Most European pension systems face a similar demographic challenge. Yet, they differ in many aspects. If this is not taken into account, a benchmarking process is likely to fail its purpose. mehr

14. März 2017

Sozialpolitik Agenda 2010 – die Reformen in der gesetzlichen RentenversicherungArrow

Die Agenda 2010 verbinden heute viele Menschen hauptsächlich mit „Hartz IV“. Dabei hat die rot-grüne Bundesregierung unter Gerhard Schröder ab dem Jahr 2003 nicht nur auf dem Arbeitsmarkt Reformen angestoßen. Auch in der Rentenversicherung gab es zahlreiche Neuerungen, von denen das IW Köln die wichtigsten auflistet und bewertet hat. mehr auf iwd.de

IW policy paper, 14. März 2017

Jochen Pimpertz Kosten der schwarz-roten Rentenpolitik – eine HeuristikArrow

Die Bundestagswahl 2017 wirft ihre Schatten voraus. Das kommt auch in den unterschiedlichen Argumenten zur gesetzlichen Rentenversicherung zum Ausdruck, die die Vertreter der verschiedenen Parteien und Interessengruppen derzeit in den Medien vortragen. Jochen Pimpertz hat drei aktuelle Fragen zur schwarz-roten Rentenpolitik aufgegriffen. mehr