In der globalisierten Welt sind Volkswirtschaften enger miteinander verzahnt als jemals zuvor. Produktionsprozesse sind in zunehmendem Maße über Landesgrenzen hinweg organisiert und nach Fertigungsschritten auf viele einzelne Unternehmen verteilt. 2013 machten nach Berechnungen der OECD, WTO und Weltbank Zwischenprodukte 70 Prozent der weltweit gehandelten Güter aus. Der globale Warenhandel schafft Arbeitsplätze, Wachstum und Wohlstand – sowohl in exportierenden als auch in importierenden Ländern. Während sich seit 1980 die globale Wirtschaftsleistung in etwa vervierfacht hat, ist der Welthandel um das Achtfache gewachsen. Der weltweite Bestand an grenzüberschreitenden Direktinvestitionen ist im selben Zeitraum sogar um den Faktor 27 gewachsen.

Die Veränderungsprozesse in der Weltwirtschaft haben im Verlauf der letzten 20 Jahre neue wirtschaftliche Kraftzentren geschaffen, in der Unternehmen aus den aufholenden Schwellen- und Entwicklungsländern zu ernstzunehmenden Konkurrenten deutscher Produzenten avanciert sind. Die ökonomische Kräfteverschiebung aus den traditionellen Industrieländern in die Schwellen- und Entwicklungsländer wird insbesondere in der Industrie deutlich. Hielten die Industrieländer 1995 noch über 80 Prozent an der weltweiten industriellen Wertschöpfung, waren es 2011 nur noch gut 60 Prozent.

Dennoch gilt: Deutschland ist ein Globalisierungsgewinner! Der Erfolg der deutschen Industrie beruht in weiten Teilen auf der Offenheit unserer Volkswirtschaft. Als eine der exportstärksten Nationen profitieren wir von einer tiefgehenden Integration der deutschen Industrie in internationale Wertschöpfungsketten – nicht zuletzt ablesbar am gestiegenen Wertschöpfungsanteil ausländischer Importe in deutschen Exporten. Letztere enthalten mittlerweile zu einem Drittel Vorprodukte, die aus dem Ausland bezogen werden und die wesentlicher Garant unserer Wettbewerbsfähigkeit sind.

Der veränderte Charakter des globalen Wettbewerbs, die dadurch entstandenen Herausforderungen und die absehbaren Trends bilden den Schwerpunkt dieser Studie, die der Bundesverband der Deutschen Industrie e.V. (BDI) bei der IW Köln Consult GmbH in Auftrag gegeben hat. Ziel der Studie ist es, auf Makro- und auf Unternehmensebene die Veränderungen in der Weltwirtschaft abzubilden. Darüber hinaus gibt die Studie, basierend auf einer umfangreichen Unternehmensbefragung, darüber Aufschluss, ob mit der Auslandsproduktion deutscher Unternehmen eine Stärkung des Standorts Deutschland einhergeht oder womöglich ein erodierender Effekt der industriellen Produktion zu befürchten ist. Beruhend auf neueren Datengrundlagen, unter anderem der OECD, erlaubt die Studie über das traditionelle Bruttokonzept hinaus eine Darstellung des Welthandels auf Wertschöpfungsbasis, das heißt, aufgeschlüsselt nach im Inland sowie im Ausland erwirtschafteten Wertschöpfungsanteilen.

IW-Trends

IW Consult: Globale Kräfteverschiebung – Wo steht die deutsche Industrie in der Globalisierung

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3. November 2017

Christian Rusche Die Einnahmen streamenArrow

Das Kerngeschäft der Musikindustrie war jahrzehntelang der Verkauf von LPs und CDs. Tauschbörsen und das verstärkte Kopieren von CDs sorgten für einen Rückgang der Verkäufe und stürzten die Musikindustrie in eine Krise. Doch dank Musikstreaming ist die Branche auf den Wachstumspfad zurückgekehrt. mehr auf iwd.de

23. Oktober 2017

Henry Goecke Digitalisierung hat noch viel PotenzialArrow

Einer aktuellen Studie zufolge kommt Deutschland derzeit auf eine digitale Wirtschaftsleistung von 332 Milliarden Euro – allerdings ist erst ein Fünftel der Unternehmen wirklich in der digitalen Welt angekommen. mehr auf iwd.de

Gastbeitrag, 12. Oktober 2017

Hubertus Bardt in der Börsen-Zeitung Auf die Metallverarbeiter kommen höhere Preise zuArrow

Für die metallverarbeitende Industrie in Deutschland war der vergangene Monat ein vergleichsweise ruhiger – wenn man es von der Beschaffungsseite her betrachtet. Denn die durchschnittlichen Metallpreise haben sich im September praktisch nicht verändert, schreibt IW-Ressourcenökonom Hubertus Bardt in der Börsenzeitung mehr