Die bestehende und gut ausgebaute Infrastruktur ist ein Standortvorteil für Deutschland. Für eine übermäßig pessimistische Diagnose besteht kein Grund. Wohl aber besteht Anlass zur Sorge angesichts der anstehenden Herausforderungen, denen sich die wichtigsten Infrastrukturen ausgesetzt sehen:

  • Erhalt der Straßen: Bei Fernstraßen inklusive der Brücken ist besonders in den westlichen Bundesländern eine zunehmende Alterung festzustellen, aus der sich ein erheblicher Sanierungsbedarf ergibt. Die Herausforderung der Straßenverkehrsinfrastruktur liegt abgesehen von der Auflösung einzelner Engpässe nicht in ihrem weiteren Ausbau, sondern in der Erhaltung der hohen Qualität.
  • Modernisierung der IT-Netze: Anders sieht es im Fall der Breitband-Infrastruktur aus. Hier liegt die Aufgabe darin, die bestehenden Netze zu ergänzen und durch neue Technologien höhere Qualitäten zu erreichen. Die damit verbundene Beschleunigung des Datentransfers wird in Zukunft zu einem wichtigen Standortfaktor für zahlreiche Unternehmen werden. Die Herausforderung der IT-Infrastruktur liegt nicht im Erhalt, sondern in der Anpassung an die fortschreitenden technologischen Entwicklungen zur Befriedigung der Nachfrage nach schnellen Übertragungsmöglichkeiten.
  • Anpassung der Stromnetze: Die Stromversorgung und die dahinter liegende Netzinfrastruktur sind ebenfalls in einem guten Zustand. Die Versorgungssicherheit ist im internationalen Vergleich sehr hoch. Im Zug der Energiewende stellen sich jedoch neue Aufgaben. So soll die Stromerzeugung in den nächsten Jahrzehnten auf weitestgehend kohlenstofffreie Quellen umgestellt werden. Diese sind zu größeren Teilen, namentlich Wind und Sonne, dezentral und mit den natürlichen Gegebenheiten schwankend. Dies sowie die regionalen Effekte des Ausstiegs aus der Kernenergie erfordern eine Anpassung des Netzes zur Sicherung der Versorgungssicherheit, wozu besonders auch ein partieller Ausbau der Netze zählt. Die Herausforderung der Stromnetze liegt in der Gestaltung der politisch beschlossenen Energiewende.

Gutachten

Hubertus Bardt / Esther Chrischilles / Manuel Fritsch / Michael Grömling / Thomas Puls / Klaus-Heiner Röhl: Infrastruktur zwischen Standortvorteil und Investitionsbedarf

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IW-Kurzbericht, 9. September 2017

Thomas Puls / Thilo Schaefer Öffentlich-Private-Partnerschaften: Mythen und FaktenArrow

Viele Kommentatoren diagnostizieren bereits pauschal ein Versagen des Projekts Öffentlich-Private-Partnerschaften (ÖPP). Tenor: Schon immer war zu ahnen, dass es am Ende doch teurer wird. Dafür wird eine Reihe von Argumenten angeführt, die einer näheren Überprüfung kaum standhalten. Anlass genug, diese Überprüfung erneut vorzunehmen. mehr

14. August 2017

Thomas Puls / Thilo Schaefer Aus dem Staub gemachtArrow

Die Feinstaubbelastung durch den Straßenverkehr ist in Deutschland deutlich zurückgegangen. Die Grenzwerte werden nur noch an einem einzigen Standort überschritten. mehr auf iwd.de

Interview, 10. August 2017

Michael Hüther und Gustav Horn in der taz „Zu starr für das reale Leben“Arrow

Michael Hüther, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln, und Gustav Horn, Wissenschaftlicher Direktor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK), streiten über Wirtschaftspolitik vor der Wahl im September: über Odysseus, skeptische E-Auto-Verkäufer und warum es besser ist, nicht in Köln zu wohnen. mehr