Der Krankenpflege und der Pflegewirtschaft kommt in der älter werdenden Gesellschaft eine zunehmende Bedeutung zu. Dies stellt die Nachwuchssicherung vor neue Herausforderungen. Bereits heute zeigt sich ein Fachkräftemangel in der Pflegewirtschaft. Derzeit verzeichnet die Bundesagentur ca. 8.000 offene Stellen in der Gesundheits- und Krankenpflege (Stand Dezember 2014). Der tatsächliche Bedarf dürfte sogar noch höher liegen. Nach Schätzungen des Arbeitgeberverbandes Pflege fehlen jetzt schon rund 30.000 Fachkräfte. In dieser Schätzung ist berücksichtigt, dass nicht alle offenen Stellen bei den Arbeitsagenturen gemeldet werden. Dieser Trend wird auch durch die regelmäßigen Analysen des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW Köln) zu Fachkräfteengpässen in Unternehmen im Rahmen des vom BMWi geförderten Kompetenzzentrums Fachkräftesicherung bestätigt. So zeigt die aktuell vorgelegte Studie zu Fachkräfteengpässen in Unternehmen, dass im Bereich der Gesundheits- und Krankenpflege 100 gemeldeten offenen Stellen nur 70 arbeitslose Bewerber gegenüberstehen.

Dieser Fachkräftemangel dürfte in den kommenden Jahren und Jahrzehnten durch den demografischen Wandel noch deutlich zunehmen. Einer im Durchschnitt älter werdenden Bevölkerung, die mit einem steigenden Pflegebedarf einhergeht, stehen künftig immer weniger Erwerbspersonen gegenüber. Nach Bevölkerungsvorausberechnungen des Statistischen Bundesamts sinkt in Deutschland die Zahl der Personen im erwerbsfähigen Alter bis zum Jahr 2030 gegenüber dem Jahr 2008 um rund 7,5 Millionen auf 42,2 Millionen, wobei gleichzeitig die Zahl der über 65-Jährigen um ein Drittel auf 22,3 Millionen Personen steigt. Ältere Menschen sind häufiger chronisch krank und multimorbid; zudem nehmen psychische Krankheiten wie Demenz stark zu. Je nach Szenario gehen Prognosen inzwischen von bis zu 500.000 fehlenden Vollzeitkräften in der Pflege bis zum Jahr 2030 aus. Deshalb ist es essenziell, diesem Mangel durch wirksame Maßnahmen zu begegnen.

Abschlussbericht für das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie

Hendrik Biebeler: Vor- und Nachteile der beruflichen Anerkennung und Ausbildung bei der Fachkräftegewinnung in der Krankenpflege

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11. August 2017

Carsten Ruge M+E-Industrie: Neue Ausbildungschancen durch DigitalisierungArrow

Die zunehmende Digitalisierung verändert die Anforderungen an die Mitarbeiter in der M+E-Industrie. Um kompetente Fachkräfte ausbilden zu können, müssen die Inhalte der Berufe angepasst werden. Dazu haben die M+E-Arbeitgeber- und Industrieverbände sowie die Gewerkschaft IG Metall gemeinsame Handlungsempfehlungen entwickelt. mehr auf iwd.de

4. August 2017

Svenja Jambo Studienabbrecher: Vom Hörsaal in die AusbildungArrow

Derzeit bricht fast ein Drittel aller Bachelorstudenten in Deutschland das Studium ab. Politik und Wirtschaft sind darüber zu Recht besorgt – dabei gäbe es Wege, die Situation zu verbessern. Einen Lichtblick gibt es bereits: Der Anteil derjenigen, die nach der Exmatrikulation direkt eine Ausbildung aufnehmen, ist deutlich gestiegen. mehr auf iwd.de