Deutlicher Rückgang an Ausbildungsstellen und Bewerbern im Vergleich zum Vorjahresmonat

Im Berichtsjahr 2019/2020, zwischen Oktober 2019 und September 2020, wurden bei der Bundesagentur für Arbeit (BA) bundesweit rund 530.000 Ausbildungsstellen gemeldet – das sind sieben Prozent weniger als im Vorjahr. Zugleich haben sich nur knapp 473.000 Bewerber bei der BA registriert – acht Prozent weniger als im Vorjahr. Der Rückgang der Ausbildungsstellen fällt auch aufgrund der schwachen Konjunktur im letzten Jahr so deutlich aus und war bereits im Frühjahr abzusehen. Der Corona-Effekt beläuft sich bis September 2020 auf einen Rückgang von etwa 10.000 gemeldeten Stellen

Seit Beginn der Corona-Krise wurden deutlich weniger Ausbildungsstellen neu ausgeschrieben; Erholung von Juni bis September sichtbar

Im April 2020 wurden nur knapp 8.000 neue Ausbildungsstellen ausgeschrieben, während es im Vorjahr mehr als doppelt so viele waren. Eine ähnliche Tendenz zeigte sich im Mai. Ab Juni war die Zahl der neu gemeldeten Stellen hingegen wieder höher und bewegte sich auf dem Niveau der Vorjahre. Im Juli, August und September lag die Zahl der neu gemeldeten Ausbildungsstellen sogar über dem Niveau des Vorjahres und es zeigte sich ein leichter Aufholeffekt. Die in den Vormonaten nicht ausgeschriebenen Stellen wurden somit zumindest teilweise nachträglich gemeldet.

Berufsgruppen unterschiedlich betroffen

Der allgemeine Rückgang an Ausbildungsstellen verteilt sich sehr unterschiedlich auf verschiedene Berufsbereiche. In einigen Berufsgruppen ist das Angebot an Ausbildungsstellen im dualen System besonders stark zurückgegangen. Trotz allem gibt es auch gegenläufige Entwicklungen. Zu den Berufsgruppen, in denen bis September 2020 mehr Stellen ausgeschrieben wurden als noch im Vorjahresmonat, gehört zum Beispiel die Umweltschutztechnik.

Digitale Wege der Azubi-Rekrutierung sind gefragt; Corona-Ausbildungsprämien unterstützen Betriebe

Dem sogenannten „5. Quartal“, der Zeit der Nachvermittlung von Oktober bis Dezember und darüber hinaus, kommt in diesem Jahr eine besonders hohe Bedeutung zu. In der aktuellen Folge des Podcast KOFA auf dem Sofa – Tipps für Personaler sprechen KOFA-Experten über neue Wege der Rekrutierung von Auszubildenden. Beim virtuellen Azubi-Speed-Dating und auf digitalen Ausbildungsmessen können sich Unternehmen und Auszubildende kennenlernen und austauschen. Einen Überblick über Handlungsempfehlungen und Praxisbeispiele rund um das Thema Rekrutierung in Corona-Zeiten finden Sie im aktuellen KOFA to go Podcast.

Um einen weiteren Rückgang der Ausbildungszahlen und somit eine zukünftige Verstärkung des Fachkräftemangels zu verhindern, hat die Bundesregierung im Sommer das Bundesprogramm „Ausbildungsplätze sichern“ gestartet. Bei Aufrechterhaltung des Ausbildungsengagements können Unternehmen eine Prämie von 2.000 Euro pro neuem Auszubildenden beantragen, bei einer Aufstockung der Ausbildungsplätze sind es sogar 3.000 Euro. Das Programm umfasst ebenfalls Prämien für die Übernahme von Auszubildenden aus insolventen Unternehmen sowie Prämien für Auftrags- und Verbundausbildung. Dies dient besonders dazu, die Unsicherheit der Unternehmen zum Start des neuen Ausbildungsjahrs zu mindern.