Familienunternehmen sind eine wichtige Stütze der deutschen Wirtschaft und lassen sich besonders im starken Mittelstand finden, für den Deutschland international bekannt ist. Viele größere Unternehmen, die international tätig sind und häufig in ihrem Bereich zu den Hidden Champions zählen, weisen eine lange Familientradition auf. Familienunternehmen sind dabei in allen Größenklassen und Branchen der Wirtschaft vertreten und nehmen daher eine wichtige Rolle in der deutschen Unternehmenslandschaft ein.


Familienunternehmen gelten oftmals als strategisch nachhaltiger als Nicht-Familienunternehmen und werden eher mit einem auf lange Sicht gerichteten Wirtschaften in Verbindung gebracht. Dieser Eindruck täuscht nicht. Im Rahmen einer Untersuchung von an europäischen Börsen gelisteten Familienunternehmen und Unternehmen des Stoxx 600 Europe1 im Hinblick auf Kennzahlen und Kursentwicklungen konnte gezeigt werden, dass Familienunternehmen im Schnitt deutlich stärkere Bilanzen haben. Zudem stellten sie sich als profitabler und wachstumsstärker heraus (vgl. Conren, 2020). Zu dem gleichen Ergebnis kommt auch eine Studie, welche die Unternehmen im Composite Deutschen Aktienindex anhand ihrer Eigentümer- und Organstruktur untersucht hat. Demnach weisen börsennotierte Familienunternehmen eine deutlich bessere operative Performance auf als Nicht-Familienunternehmen (vgl. Stiftung Familienunternehmen, 2019). Familienunternehmen sind stärker an einem langfristigen Gewinn interessiert, da sie mehr an die Unternehmensweitergabe innerhalb der Familie denken und weniger einseitig auf den Shareholder Value ausgerichtet sind. Familienunternehmen haben zudem häufig ein stärkeres Traditionsbewusstsein als Nicht-Familienunternehmen. Sie gelten als Stabilitätsgaranten, die Traditionen bewahren und auch zu ihren Mitarbeitern eine besondere Beziehung haben. Nicht selten sind verschiedene Generationen einer Familie im gleichen Familienunternehmen beschäftigt.


Gleichzeitig sind Familienunternehmen auch oftmals mit der Region, in der sie ansässig sind, stark verbunden. Viele Familienunternehmen in Deutschland finden sich weniger in den urbanen Zentren des Landes als vielmehr in den ländlichen Räumen (vgl. Spiegel und Block, 2011). Allerdings stehen die ländlichen Räume derzeit und auch zukünftig vor großen Herausforderungen. Der demografische Wandel sowie verstärkte Abwanderungstendenzen insbesondere der jüngeren Altersgruppe führen zu einem starken Bevölkerungsrückgang in den nächsten Dekaden in vielen ländlichen Regionen, was wiederum die Attraktivität und Wettbewerbsfähigkeit dieser Räume schmälert. Entsprechende Entwicklungen sind auch für die dort ansässigen Familienunternehmen – insbesondere vor dem Hintergrund ihrer zukünftigen
Wettbewerbsfähigkeit – von hoher Relevanz. Um auch zukünftig wettbewerbsfähig zu bleiben, benötigen die Familienunternehmen in den ländlichen Räumen daher gute Rahmenbedingungen, die sie in ihrem Unternehmertum unterstützen.