Die Immobilienwirtschaft ist einer der vielfältigsten und größten Wirtschaftszweige in jeder Volkswirtschaft. Dies liegt vor allem daran, dass die immobilienbezogenen Tätigkeiten weit gefächert sind und von der Immobilienbewirtschaftung bis zur Vermittlung, Finanzierung, Planung und Bautätigkeit reichen. Dies macht es entsprechend schwer, die Immobilienwirtschaft klar zu erfassen, zumal die Grenzen zwischen einzelnen Wirtschaftszweigen immer mehr verschwimmen. So erzielen heute klassische Baukonzerne oftmals einen Großteil ihrer Umsätze mit dem Facility Management. In dieser Studie werden daher zwei Definitionen verwendet, eine weite und eine enge. Nach der engen Definition zählen zur Immobilienwirtschaft, entsprechend der Wirtschaftszweigklassifikation des Statistischen Bundesamtes, alle Selbstnutzer, Kleinvermieter und Unternehmen, die in den Bereichen Vermittlung, Verwaltung, Handel und Vermietung tätig sind. Nach der weiten Definition zählen zu diesem Wirtschaftszweig zusätzlich unter anderem die Architekten, Planer, Kreditgeber, Berater und Bauunternehmen. Nach beiden Definitionen sind die Zahlen beeindruckend: Die Bruttowertschöpfung betrug nach der engen Definition im Jahr 2011 264 Mrd. Euro, nach der weiten Definition 434 Mrd. Euro. Dies entspricht einem Anteil von knapp 12 Prozent bzw. 19 Prozent der gesamten Bruttowertschöpfung in Deutschland. Andere Branchen, wie der Fahrzeugbau (81 Mrd. Euro), die Gesundheitswirtschaft (164 Mrd. Euro) oder der gesamte Handel (226 Mrd. Euro) sind deutlich kleiner. In den Unternehmen der Immobilienwirtschaft (weite Abgrenzung) arbeiten rund 2,8 Mio. sozialversicherungspflichtig Beschäftigte, was rund 10 Prozent aller abhängig Beschäftigten entspricht. In der Immobilienwirtschaft im engen Sinn waren Ende 2011 215.000 Menschen sozialversicherungspflichtig beschäftigt, die Zahl der Erwerbstätigen betrug 435.000. Vor allem in den 1990er Jahren konnte die Immobilienwirtschaft in der engen Abgrenzung große Beschäftigungsgewinne verbuchen, in den 2000er Jahren hat sich das Wachstum verstetigt. Die Ausgaben für Immobiliendienstleistungen verteilen sich recht gleichmäßig auf die Selbstnutzer (137 Mrd. Euro), Mieter (98 Mrd. Euro) und Unternehmen (138 Mrd. Euro).

Volkswirtschaften reagieren sensibel auf Schwankungen in solch einer großen Branche. Daher war es in den letzten Jahren sehr wichtig, dass – anders als in vielen anderen Industriestaaten – die deutsche Immobilienwirtschaft vergleichsweise stabil geblieben ist. So gab es trotz der Finanz- und Wirtschaftskrise keinen Einbruch bei den Immobilienumsätzen oder der Beschäftigung. Das durchschnittliche jährliche nominale Wachstum der Bruttowertschöpfung der Immobilienwirtschaft beträgt seit 2008 ca. 2 Prozent. Damit hat die Branche entscheidend dazu beigetragen, dass die Gesamtwirtschaft sich nach dem Konjunktureinbruch 2009 schnell wieder erholen konnte.