Der südostasiatische Raum hat sich in den letzten Jahrzehnten dynamisch entwickelt. Mittlerweile produzieren die Länder aus dieser Region (einschließlich China und Indien) Waren und Dienstleistungen im Wert von etwa 12,4 Billionen US-Dollar. Ein wichtiger Faktor für die Erfolgsgeschichte der südostasiatischen Länder ist dabei die zunehmende realwirtschaftliche Integration in die Weltwirtschaft. Vor allem Hochtechnologieprodukte aus den Bereichen Elektronik und Elektrotechnik werden aus Südostasien in den Rest der Welt exportiert.

Während andere Länder aus der Region sich auf der Produktion materieller Güter spezialisiert haben, konnten sich Hongkong und Singapur als wichtige Drehscheiben für Direktinvestitionen und andere Kapitalströme entwickeln. Die Dienstleistungsexporte spielen in diesen Ländern eine wichtige Rolle und Finanzdienstleistungen machen über 10 Prozent der Dienstleistungsexporte aus.

Die deutsche Exportwirtschaft hat sich in Südostasien gut positioniert. Mehr als 43 Prozent der chinesischen Gesamtimporte aus der Europäischen Union entfallen auf Produkte „Made in Germany“. Vor allem die Erzeugnisse des deutschen Auto- und Maschinenbaus sind auf den südostasiatischen Märkten sehr beliebt.

Die wachsende Bedeutung der südostasiatischen Länder hat viele Unternehmen dazu bewegt, ihr Investitionsbudget in dieser Region zu vervielfachen. Knapp zwei Drittel der deutschen Direktinvestitionen in Asien sind bislang nach China, Hongkong, Südkorea und Singapur geflossen. Dabei entfallen allein auf China 38 Prozent. Somit betragen die deutschen Direktinvestitionen im Reich der Mitte etwa 1,3 Prozent der gesamten jährlichen Wirtschaftsleistung Deutschlands.

Viele deutsche Investoren wickeln ihre Transaktionen über die Finanzzentren in Hongkong und Singapur ab, auch wenn ihr Kapital in andere südostasiatische Länder fließen soll. Der Wert, der im Zeitraum 2000 bis 2012 aus Deutschland kommenden Kapitalströme beläuft sich hier auf 4,2 Prozent (Hongkong) und 9,3 Prozent (Singapur) des jeweiligen Bruttoinlandsprodukts. Diese Länder bieten somit nicht nur für deutsche Auto- oder Maschinenbauer vielfältige Geschäftsmöglichkeiten, sondern auch für Finanzdienstleister. Denn deutsche Unternehmen brauchen maßgeschneiderte Dienstleistungen, die vor Ort angeboten werden und ihnen vertraut sind. Das betrifft zum Beispiel Börsengänge oder die Beschaffung von Fremdkapital über Unternehmensanleihen und Bankkredite.

Die Auslandsexpansion deutscher Unternehmen ist nicht, wie gelegentlich befürchtet, als eine Gefahr für den Standort Deutschland zu betrachten. Vielmehr ist die Internationalisierung ein wichtiger Erfolgsfaktor für Produktion und Beschäftigung am Heimatstandort. Laut DIHK ist die Anzahl der Unternehmen, die eine Ausweitung der inländischen Investitionen und Beschäftigung beabsichtigen, höher unter den Industrieunternehmen, die zudem noch Auslandsinvestitionen planen.

Gutachten für die Deutsche Börse

Galina Kolev: Zunehmende Verflechtung mit dem Wachstumsmarkt Asien – Die Finanzwirtschaft folgt der Realwirtschaft

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Interview, 21. August 2017

Christian Rusche at Deutsche Welle China emerging as Germany's main economic rivalArrow

The Chinese government has adopted a 'Made in China 2025' economic development strategy which is emerging as a huge risk to Germany's economic base, says economist Christian Rusche from the Cologne Institute for Economic Research in Cologne. mehr

EZB: Geldpolitik braucht klare Grenzen
IW-Nachricht, 15. August 2017

Markus Demary EZB: Geldpolitik braucht klare GrenzenArrow

Zu Recht hat das Bundesverfassungsgericht heute Zweifel an der Geldpolitik der Europäischen Zentralbank geäußert und den Europäischen Gerichtshof erneut um Prüfung gebeten. Diesmal geht es um das Public Sector Purchase Program (PSPP), in dessen Rahmen die EZB bereits Anleihen im Wert von 1,6 Billionen Euro erworben hat. Die Grenzen der Wertpapierkäufe müssen dringend konkretisiert werden. mehr