Seit der Neuordnung des Arzneimittelmarktes müssen sich die Hersteller patentgeschützter Medikamente mit den Vertretern der Gesetzlichen Krankenversicherung auf einen Preis einigen. Das bringt allerdings nur dann die erhofften Einsparungen, wenn die Verhandlungsergebnisse vertraulich behandelt werden.

Werden die Ergebnisse dagegen – wie bislang vorgesehen – öffentlich bekannt, können nicht nur die Mitbewerber quasi kostenlos auf die Information zugreifen. Auch im Ausland dürften sich die Preisverhandlungen dann statt an den höheren Listenpreisen an den rabattierten Preisen orientieren. Das geht besonders zulasten der in Deutschland ansässigen Hersteller von innovativen Medikamenten. Die Unternehmen können diesem Wettbewerbsnachteil nur entgehen, wenn sie eine Erstzulassung ihres Medikaments auf dem deutschen Markt vermeiden. Darunter würde vor allem die Versorgung im Inland leiden.

Dabei ist eine Veröffentlichung von Verhandlungsergebnissen weder notwendig, um den Wettbewerb anzuheizen, noch ist es Aufgabe des Gesetzgebers, der Preisfindung im Ausland vorzugreifen. Im Gegenteil: Wenn die deutsche Pharmaindustrie Exporterfolge verbucht, sichert das hierzulande Einkommen, aus denen nicht zuletzt auch die sozialen Sicherungssysteme finanziert werden.

Ordnungspolitisches Statement

Forschungsstelle Pharmastandort: Wettbewerb funktioniert nur mit verlässlichen Regeln

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Eine falsche Preisdifferenzierung gefährdet Innovationen
Ordnungspolitisches Statement, 20. Juli 2017

Jasmina Kirchhoff / Jochen Pimpertz Eine falsche Preisdifferenzierung gefährdet InnovationenArrow

Das Landessozialgerichts Berlin-Brandenburg erklärte in einem Urteil, dass die im Rahmen des Gesetzes zur Neuordnung des Arzneimittelmarktes von der Schiedsstelle bestimmten Preise für Arzneimittel nicht mit Hilfe eines Mischpreises gebildet werden dürfen. Die Umsetzung des Urteils kann sich zu einer Innovationsbremse auf dem deutschen Arzneimittelmarkt auswirken. mehr

23. Mai 2017

Interview mit Peter Bofinger und Michael Grömling Wie sinnvoll ist aktive Konjunkturpolitik?Arrow

Mit dem Stabilitätsgesetz von 1967 vollzog Deutschland einen radikalen Kurswechsel: Der Staat strebte nun eine aktive Konjunktur- und Wachstumspolitik an. Der iwd hat zwei Experten gefragt, was sie heute von diesem Kurswechsel halten: Peter Bofinger, Mitglied des Sachverständigenrats (SVR) und Professor für Volkswirtschaftslehre an der Universität Würzburg, sowie Michael Grömling, Leiter der Forschungsgruppe Konjunktur im IW Köln. mehr auf iwd.de