Cornelius Bähr

Cornelius Bähr

Referent in der IW Consult

Karl Lichtblau

Dr. Karl Lichtblau

Sprecher der Geschäftsführung der IW Consult

Thorsten Lang

Dr. Thorsten Lang

Referent in der IW Consult

Die Metall- und Elektro-Industrie (M+E-Industrie) in Deutschland sieht sich einem harten Wettbewerb der wichtigsten internationalen Konkurrenten gegenüber. Die Analyse einzelner Standortfaktoren zeigt, dass die M+E-Industrie in Deutschland sich häufig mit schwierigeren Bedingungen konfrontiert sieht, als sie im Ausland gelten. Zudem verschlechterten sich die Bedingungen in einigen Bereichen im Laufe der letzten zehn Jahre im Vergleich zu wichtigen Wettbewerbsländern. Diese Entwicklungen schwächen einerseits die Wettbewerbsposition der M+E-Industrie am Standort in Deutschland. Andererseits werden Investitionen im Ausland attraktiver, wenn dort die Standortbedingungen eine vorteilhaftere Ausgangslage versprechen.
Die M+E-Industrie in Deutschland sieht sich den höchsten Arbeitskosten je Stunde in der M+E-Industrie im Vergleich zu allen einbezogenen Vergleichsländern gegenüber. Die Arbeitskosten von 43,42 Euro je Stunde liegen rund 75 Prozent über dem Mittelwert der Vergleichsländer. Nur Österreich (39,56 Euro je Stunde), die USA (38,80 Euro je Stunde) und Frankreich (38,77 Euro je Stunde) kommen auf annähernd so hohe Werte. Auch bei den Lohnstückkosten liegen die deutschen Unternehmen im Spitzenfeld, das von Großbritannien, gefolgt von Italien, Frankreich und Japan, angeführt wird.
Nach Angaben der Internationalen Energie Agentur (IEA) gehören die Strompreise in Deutschland zu den höchsten im Ländervergleich. Dies folgt auch aus den überdurchschnittlich hohen Abgaben – rund die Hälfte des Bruttopreises – auf den Strom in Deutschland.
Auch bei den Unternehmenssteuern gehört Deutschland zu den Ländern mit den höchsten Steuersätzen. Aus Körperschaftsteuer und durchschnittlicher Gewerbesteuer ergibt sich im Jahr 2018 eine kombinierte Belastung des Gewinns von 31 Prozent, die nur noch von der Steuerbelastung in Frankreich 34,4 Prozent übertroffen wird und ähnlich hoch ist wie die Belastung von 29,7 Prozent in Japan. Deutlich unterschritten werden diese Steuersätze von Ungarn (9,0 Prozent), Polen, Tschechien und Großbritannien (je 19,0 Prozent) sowie der Slowakei (21,0 Prozent). In einem mittleren Bereich zwischen 25,0 und 27,8 Prozent bewegen sich Österreich, China, die USA, Südkorea und Italien.