Das deutsche Geschäftsmodell basiert auf einer innovativen und exportstarken Industrie. Die ökonomische Theorie und empirische Analysen machen deutlich, dass das Wachstum der deutschen Volkswirtschaft von der Verfügbarkeit von qualifizierten Arbeitskräften insbesondere in den für die Innovationskraft wichtigen MINT-Bereichen abhängt. Eigene Analysen europäischer Volkswirtschaften unterstreichen, dass in den Ländern mit einem hohen Anteil an MINT-Erwerbstätigen an allen Erwerbstätigen tendenziell auch die gesamtwirtschaftlichen Ausgaben für Forschung und Entwicklung in Relation zum BIP hoch sind, relativ viele Patente angemeldet werden und ein hoher Anteil an Unternehmen Produkt- oder Prozessinnovationen durchführen. Eine Sonderauswertung des European Labour Surveys macht deutlich, dass in Deutschland 30,6 Prozent der Erwerbstätigen eine MINT-Qualifikation haben. Nur in der Tschechischen Republik und in Polen, deren Unternehmen häufig im Produktionsverbund mit westeuropäischen Industrieunternehmen stehen, ist der MINT-Anteil noch höher. Forschungsschwächere Regionen Südeuropas haben beim MINT-Anteil an den Beschäftigten Nachholbedarf.