Das deutsche Geschäftsmodell basiert auf einer innovativen und exportstarken Industrie. Die ökonomische Theorie und empirische Analysen machen deutlich, dass das Wachstum der deutschen Volkswirtschaft von der Verfügbarkeit von qualifizierten Arbeitskräften insbesondere in den für die Innovationskraft wichtigen MINT-Bereichen abhängt. Eigene Analysen europäischer Volkswirtschaften unterstreichen, dass in den Ländern mit einem hohen Anteil an MINT-Erwerbstätigen an allen Erwerbstätigen tendenziell auch die gesamtwirtschaftlichen Ausgaben für Forschung und Entwicklung in Relation zum BIP hoch sind, relativ viele Patente angemeldet werden und ein hoher Anteil an Unternehmen Produkt- oder Prozessinnovationen durchführen. Eine Sonderauswertung des European Labour Surveys macht deutlich, dass in Deutschland 30,6 Prozent der Erwerbstätigen eine MINT-Qualifikation haben. Nur in der Tschechischen Republik und in Polen, deren Unternehmen häufig im Produktionsverbund mit westeuropäischen Industrieunternehmen stehen, ist der MINT-Anteil noch höher. Forschungsschwächere Regionen Südeuropas haben beim MINT-Anteil an den Beschäftigten Nachholbedarf.

Gutachten für BDA, BDI, MINT Zukunft schaffen und Gesamtmetall

Christina Anger / Oliver Koppel / Axel Plünnecke: MINT-Frühjahrsreport 2014 – MINT – Gesamtwirtschaftliche Bedeutung und regionale Unterschiede

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Ansprechpartner

IW-Nachricht, 18. Juli 2017

Oliver Koppel MINT: Fachkräfte verzweifelt gesuchtArrow

Egal ob Digitalisierung, Industrie 4.0 oder Elektromobilität – für die Umsetzung dieser neuen Trends benötigen Unternehmen in Deutschland technisch-naturwissenschaftliches Know-How. Das zeigt sich auch am Arbeitsmarkt: Noch nie waren in den sogenannten MINT-Berufen so viele offene Stellen zu besetzen. mehr

Es gibt keine Krise bei Facharbeitern
IW-Nachricht, 14. Juni 2017

Holger Schäfer Arbeitsmarkt: Es gibt keine Krise bei FacharbeiternArrow

Einer neuen OECD-Studie zufolge ist der Anteil von Arbeitsplätzen mit mittlerer Qualifikation auch in Deutschland stark gesunken. Grund ist die Digitalisierung – dafür steigt die Beschäftigung der Hoch- und Niedrigqualifizierten. Allerdings gibt es für diese These zumindest hierzulande keine Belege. mehr