Schon vor der Corona-Krise mussten in Deutschland wieder Rückschritte bei der Bildungsgerechtigkeit verzeichnet werden. Der Bildungsmonitor verdeutlichte diese gestiegenen Herausforderungen auch dadurch, dass die Bewertungen in den zwölf betrachteten Handlungsfeldern in den letzten Jahren sogar Verschlechterungen zeigten vor allem in den Handlungsfeldern Bildungsarmut und Integration.

Für das kommende Schuljahr sollte eine Anpassung der Bildungspläne in Schulen und Kitas erfolgen (FES, 2020). Chancenbeauftragte sollten ernannt und qualifiziert werden, die Konzepte entwickeln, um die Ungleichheit bei Bildungschancen zu verringern (Anger/Plünnecke, 2020). Attraktive Angebote auch außerhalb der Unterrichtszeit (Sommer- bzw. Ferienschulen) sollten die schulische Förderung ergänzen (FES, 2020).

Ferner sollten die Digitalisierungsstrategien an den Schulen implementiert werden. Hierzu sind folgende Schritte sinnvoll:

  • Die Digitalisierungsstrategien sind mit zeitlichem Vorlauf durch die Schulverwaltungen gemeinsam mit den Lehrkräften vor Ort auf die dortigen Implementierungsvoraussetzungen herunterzubrechen.
  • Es ist ein gemeinsames Verständnis zu entwickeln, wie digitale Formate im Unterricht sinnvoll eingesetzt werden sollen, und es ist die Bereitschaft von Lehrkräften sicherzustellen, digitale Lernformate im Unterricht auch einzusetzen.
  • Strategien und Konzepte zur Schulbildung sind klar zu kommunizieren, damit Verunsicherungen bei Eltern, Kindern und Jugendlichen sowie beim Fachpersonal in Schulen verringert werden.
  • Die Weiterentwicklungen digitaler Bildungsformen sind durch wissenschaftliche Evaluationen zu begleiten.
  • Fortbildungen und Lehrplanvorgaben zur Integration digitaler Technologien sind im Unterricht verbindlich umzusetzen und Lehrkräften sollte genug Zeit gegeben werden, um digitale Lehr- und Lernkonzepte zu entwickeln und zu integrieren und sich über die Erfahrung mit deren Einsatz auszutauschen.
  • Lehrkräfte sollten bei der Entwicklung von digitalen Lehr- und Lernkonzepten unterstützt werden. Hilfreich sind dabei ausgebildete Digitalisierungsbeauftragte, die beratend unterstützen.
  • Digitales Lernen ist in der Lehrkräftebildung zu verankern, systematisch und fächerübergreifend während des Studiums, im Vorbereitungsdienst und in Fort- und Weiterbildungen.
  • Die Ausstattung der Schulen mit digitalen Medien ist weiter zu verbessern.
  • In allen Schulen, bei Lehrkräften und Schülerinnen und Schülern sind WLAN und digitale Endgeräte verfügbar zu machen, Lernmanagement-Systeme und internetbasierte Anwendungen für gemeinschaftliches Arbeiten einzusetzen.
  • Zusätzliches IT-Personal ist für die IT-Administration einzusetzen. Es sollten für die rund 40.000 Schulen in Deutschland 20.000 IT-Kräfte zusätzlich eingestellt werden. Insgesamt werden dafür jährlich rund 2 Mrd. Euro zusätzlich benötigt. Die Mittel des Konjunkturpaketes der Bundesregierung stellen einen ersten Schritt dar, reichen hierfür aber nicht.
  • Die Verfügbarkeit von Haushalten mit schnellem Internet ist bundesweit sicherzustellen.