Gleichzeitig zeigt sich, dass es auch in diesen Regionen schon heute in anderen Bereichen starke Fachkräfteengpässe gibt. Die nachfolgende Analyse untersucht die Arbeits- und Ausbildungsmarktsituation in den drei Kohleregionen Lausitzer Revier, Mitteldeutsches Revier und Rheinisches Revier. Die Statistik der Kohleindustrie beziffert die Zahl der Beschäftigten in der Braunkohleindustrie für das Jahr 2019 insgesamt mit 20.336. Dazu zählen nicht nur die Arbeitsplätze im Tagebau, sondern auch die Beschäftigten in Braunkohlekraftwerken. Dazu kommen noch Arbeitsplätze, die indirekt von der Braunkohle abhängen. Die meisten sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in den Wirtschaftszweigen Kohlebergbau und Erbringung von Dienstleistungen für den Bergbau arbeiten als Fachkraft für Berg- und Tagebau. Darüber hinaus sind auch Fachkräfte für Maschinenbau- und Betriebstechnik sowie technische Servicekräfte in Wartung und Instandhaltung dafür relevante Berufe.

Für Unternehmen auf der Suche nach Fachkräften bedeutet der Kohleausstieg, dass eine neue Gruppe auf den Markt strömt, die Berufserfahrung und technisches Wissen mitbringt. Durch gezielte Weiterbildungs- und Eingliederungsmaßnahmen können diese Fachkräfte dazu beitragen, Fachkräfteengpässe in anderen Branchen in diesen Regionen zu verringern. Darüber hinaus können Kenntnisse darüber, in welchen Berufen es unbesetzte Ausbildungsplätze und Engpässe auf dem Arbeitsmarkt gibt, die nachfolgenden Generationen bei der Ausbildungsplatzentscheidung unterstützen. Die vorliegende Analyse umfasst die drei im Strukturstärkungsgesetz genannten Kohleregionen. Die drei Regionen sind das Lausitzer Revier (406.166 Beschäftigte) mit den Arbeitsagenturbezirken Cottbus und Bautzen, das Mitteldeutsche Revier (801.064 Beschäftigte) mit den Arbeitsagenturbezirken Leipzig, Oschatz, Weißenfels, Halle, Sangerhausen und Dessau sowie das Rheinische Revier (794.589 Beschäftigte) (794.589 Beschäftigte) mit den Arbeitsagenturbezirken Aachen, Brühl und Mönchengladbach.