Insgesamt gestiegene Arbeitslosigkeit und Stellenrückgang im Vergleich zu den Vorjahren

Seit Beginn der Corona-Pandemie im März 2020 sind die offenen Stellen zurückgegangen und die Zahl der Arbeitslosen deutlich gestiegen. Während bei den Stellen ein bereits zuvor rückläufiger Trend durch die Krise verstärkt wurde, ist der Anstieg der Arbeitslosen fast ausschließlich auf die Corona-Krise zurückzuführen.

Entwicklung der Fachkräftelücke nach Berufsbereichen

Die Differenz zwischen offenen Stellen und passend qualifizierten Arbeitslosen auf Ebene der Berufsgattungen gibt die sogenannte Fachkräftelücke an. Sie beschreibt also wie viele Fachkräfte fehlen, um alle offenen Stellen zu besetzen. Über alle Berufe hinweg liegt die Fachkräftelücke im Dezember um 38,6 Prozent niedriger als noch im Januar 2020.
 Unterscheidet man nach Berufsbereichen zeigt sich, dass sich die Fachkräftelücke über das Jahr hinweg sehr unterschiedlich entwickelt hat. Während in manchen Bereichen die Lücke bereits Anfang des Jahres gefallen ist, haben sich die Fachkräfteengpässe in anderen Bereichen erst nach Beginn der Corona-Krise im März verringert. Berufsbereiche wie „Sprach-, Literatur-, Geistes-, Gesellschafts- und Wirtschaftswissenschaften, Medien, Kunst, Kultur und Gestaltung“, „Land-, Forst- und Tierwirtschaft und Gartenbau“ oder „Unternehmensorganisation, Buchhaltung, Recht und Verwaltung“ verzeichneten im ersten Quartal noch einen Anstieg der Fachkräftelücke.  In anderen Bereichen hingegen, wie beispielsweise „Verkehr, Logistik, Schutz und Sicherheit“, sank die Fachkräftelücke schon vor der Corona-Krise. Spätestens im April sank die Fachkräftelücke jedoch in allen Bereichen.

Deutliche Verringerung der Engpässe in Tourismus und Gastronomie, deutliche Verschärfung in vielen versorgungsrelevanten Berufen

Auch wenn die Fachkräfteengpässe insgesamt gesunken sind, gelten viele Berufe immer noch als Engpassberufe. Während es im Januar 2020 noch 297 Engpassberufe gab, waren es im Dezember nur noch 195 Berufe. Der Anteil der offenen Stellen in Engpassberufen an allen offenen Stellen ist dementsprechend ebenfalls gesunken. Während im Januar 2020 noch 71,3 Prozent aller offenen Stellen in einem Engpassberuf ausgeschrieben waren, waren es im Dezember nur noch 51,4 Prozent.

Die meisten Berufe, bei denen sich die Engpässe stark verringert haben, können grob den Bereichen Gastronomie und Tourismus zugeordnet werden. Unter den Berufen mit der stärksten Reduktion der Fachkräfteengpässe befindet sich aber auch beispielsweise der Experte für Luft- und Raumfahrttechnik. Während die Engpassrelation für diesen Beruf im Januar noch bei 94 lag, kamen im Dezember schon 269 Arbeitslose auf 100 offenen Stellen.

Es gibt allerdings auch einzelne Berufe, bei denen die Fachkräfteengpässe während der Corona Pandemie gestiegen sind. Darunter auch Berufe aus dem Baubereich, wie Maler/-innen und Lackierer/-innen oder Fachkräfte im Gleisbau. Auch soziale Berufe, wie Lehrkräfte für berufsbildende Fächer, Fachärztinnen und Fachärzte oder Altenpfleger/-innen sind enger geworden. Auch wurde es zunehmend schwieriger, Verkäufer/-innen von Möbeln und Einrichtungsgegenständen zu finden.