Unser Wissen, unsere Fertigkeiten und Fähigkeiten werden durch die Gesellschaft geprägt, in der wir leben, durch unsere Erziehung und unsere kulturellen Wurzeln. Kulturelle Vielfalt steht für die Vielfalt von Ideen, für die Vielfalt von Kompetenzen und auch für die Vielfalt von Erfahrungen. Wer sich frühzeitig mit ihr auseinandersetzt und sie fördert, verbreitert seine Möglichkeiten, ein solides Fundament für den nachhaltigen wirtschaftlichen Erfolg zu legen. Dies gilt für die Gesellschaft und das einzelne Unternehmen gleichermaßen.

Kulturelle Vielfalt entsteht, wenn sich Menschen aus anderen Ländern in Deutschland niederlassen und deren Angehörige hier aufwachsen. Sie gerät auch deshalb zunehmend in das Blickfeld, weil die Mobilisierung von Menschen mit einem Migrationshintergrund als eine Möglichkeit gesehen wird, bestehenden und drohenden Fachkräfteengpässen entgegenzuwirken.

Auch die stärkere internationale Vernetzung von wirtschaftlichen Austauschprozessen und unternehmerischen Aktivitäten weckt vielerorts den Bedarf, das Potenzial von Migrantinnen und Migranten für sich zu nutzen. Dies gilt nicht nur aufgrund der Entwicklungen auf Beschaffungs- und Absatzmärkten. Auch Arbeitsmärkte sind insbesondere für Hochqualifizierte längst nicht mehr isoliert für eine Nation zu betrachten. Wer gut ausgebildet ist, für den bieten sich Jobchancen überall auf der Welt. Der Wettbewerb um Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die nicht nur fachlich gut ausgebildet sind, sondern auch interkulturelle Fähigkeiten aufweisen und mehrere Sprachen sprechen, ist bereits heute Realität. Dies gilt umso mehr für Wirtschaftsräume wie die Europäische Union, in der die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer Freizügigkeit genießen.

Kulturelle Vielfalt kann für Unternehmen ein Wettbewerbsfaktor werden. Doch wie lassen sich gezielt Personen mit Migrationshintergrund anwerben? Welche personalpolitischen Maßnahmen sind geeignet, die kulturelle Vielfalt der Belegschaft aktiv zu nutzen? Wie sind die damit verbundenen Chancen und Risiken zu bewerten? Welche Faktoren haben einen Einfluss darauf, ob aus einem Risiko eine Chance werden kann und umgekehrt?

Erste Antworten auf diese Fragen lassen sich aus der vorliegenden repräsentativen Studie ableiten, die das Institut der deutschen Wirtschaft Köln in Kooperation mit dem Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen durchgeführt hat. Sie gibt Aufschluss darüber, wie ausgeprägt die kulturelle Vielfalt bereits heute in Deutschland und speziell in nordrhein-westfälischen Unternehmen ist und wovon diese abhängt. Die zugrunde liegende Befragung zeigt zudem, auf welchen Wegen Personen mit Migrationshintergrund der Einstieg in ein Unternehmen gelingt, welche Aspekte dabei relevant für die Rekrutierung sind und worin Hürden der Personalgewinnung von Migrantinnen und Migranten bestehen. Sie gibt Hinweise, welche Maßnahmen zur Förderung der kulturellen Vielfalt bei deutschen Unternehmen beliebt sind und welche Chancen und Risiken gesehen werden.

Gutachten mit finanzieller Unterstützung des Landes Nordrhein-Westfalen und des Europäischen Sozialfonds

Andrea Hammermann / Jörg Schmidt / Oliver Stettes: Beschäftigung von Zuwanderinnen und Zuwanderern und kulturelle Vielfalt in nordrheinwestfälischen Unternehmen – Eine Befragung auf Basis des IW-Personalpanels

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Ansprechpartner

IW-Nachricht, 18. Juli 2017

Oliver Koppel MINT: Fachkräfte verzweifelt gesuchtArrow

Egal ob Digitalisierung, Industrie 4.0 oder Elektromobilität – für die Umsetzung dieser neuen Trends benötigen Unternehmen in Deutschland technisch-naturwissenschaftliches Know-How. Das zeigt sich auch am Arbeitsmarkt: Noch nie waren in den sogenannten MINT-Berufen so viele offene Stellen zu besetzen. mehr

10. Juli 2017

Philipp Deschermeier Achtung, demografischer WandelArrow

Wahr ist, dass es Deutschland derzeit so gut geht wie schon lange nicht mehr: Die Beschäftigung liegt auf Rekordniveau, die Arbeitslosigkeit ist auf dem niedrigsten Stand seit der Wiedervereinigung, die staatlichen Haushalte schreiben schwarze Zahlen und die Schulden sinken. Wahr ist aber auch: So wird es nicht bleiben. Die IW-Studie „Perspektive 2035“ zeigt, warum der demografische Wandel das Land vor große Herausforderungen stellt. mehr auf iwd.de

7. Juli 2017

Michael Grömling Arbeitskräftemangel bremst Wachstum aus Arrow

Wie wird sich die deutsche Wirtschaftsleistung im demografischen Wandel entwickeln? Das Institut der deutschen Wirtschaft Köln hat dies bis ins Jahr 2035 vorausberechnet. Demnach wird die Produktivität zwar weiter steigen, doch die sinkende Zahl der Erwerbstätigen dämpft das Wachstum spürbar. mehr auf iwd.de