Nach Angaben der World Tourism Organization hat es im Jahr 2012 erstmals über eine Milliarde internationale Touristenankünfte gegeben, und bis zum Jahr 2030 soll die Zahl der Touristenankünfte jährlich um 3,3 Prozent weiter wachsen (vgl. UNWTO 2013). Im Jahr 2013 hat die Tourismuswirtschaft zehn Prozent des globalen Bruttoinlandsprodukts erwirtschaftet, einen von elf Arbeitsplätzen gestellt und einen Anteil von vier Prozent an den weltweiten Investitionen und von fünf Prozent an den weltweiten Exporten gehabt (vgl. WTTC 2014). Diese Zahlen verdeutlichen die große und wachsende Bedeutung des Tourismus. Vor allem für Entwicklungs- und Schwellenländer ist der Tourismus bereits heute häufig ein wesentlicher Wirtschaftsfaktor.

Vor diesem Hintergrund dient die vorliegende Studie dazu, insbesondere die folgende Frage zu beantworten: Welchen ökonomischen Beitrag leisten Ausgaben von Touristen aus Deutschland in Entwicklungs- und Schwellenländern? Dabei wird sowohl auf den Beitrag zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) als auch auf Beschäftigungseffekte abgestellt. Es würde allerdings zu kurz greifen, den Einfluss des Tourismus auf ökonomische Aspekte zu beschränken. Daher werden in der Studie auch ausgewählte gesellschaftliche Effekte des Tourismus analysiert.

Entwicklungs- und Schwellenländer werden für die Studie anhand der Länderliste des Development Assistance Committee (DAC) der OECD definiert (vgl. OECD 2013). An dieser Liste orientiert sich auch die staatliche Zusammenarbeit im Rahmen der deutschen Entwicklungspolitik. Touristen werden anhand der Definition der World Tourism Organization abgegrenzt (vgl. UNWTO 2010).

Die Studie basiert insofern auf international anerkannten Definitionen und Datenbanken. Sie erlaubt es dadurch, „große Zusammenhänge“ datenbasiert zu erkennen, was bei Einzelfallbetrachtungen nicht möglich ist. Anzumerken ist, dass die ökonomischen und gesellschaftlichen Auswirkungen des Tourismus in Entwicklungs- und Schwellenländern auch von der politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Situation im jeweiligen Land abhängen können. Die Ergebnisse können daher von Natur aus nicht auf jeden Einzelfall übertragen werden, verdeutlichen aber die übergreifenden Gesamtwirkungen des Tourismus.

Studie im Auftrag des BTW (Kurzfassung)

Entwicklungsfaktor Tourismus: Der Beitrag des Tourismus zur regionalen Entwicklung und lokalen Wertschöpfung in Entwicklungs- und Schwellenländern

IconDownload | PDF

Studie im Auftrag des BTW (Langfassung)

Entwicklungsfaktor Tourismus: Studie zum Beitrag des Tourismus zur regionalen Entwicklung und lokalen Wertschöpfung in Entwicklungs- und Schwellenländern

IconDownload | PDF

Ansprechpartner

Merkel und Modi
IW-Nachricht, 30. Mai 2017

Galina Kolev Merkel und Modi: Weltpolitik auch ohne TrumpArrow

Beim heutigen Treffen mit dem indischen Premierminister Narendra Modi hat Bundeskanzlerin Angela Merkel betont, dass Deutschland sich weiterhin für den Klimaschutz einsetzen wird. Rund eine Milliarde Euro will die Bundesregierung in Indiens Green Economy investieren. Das ist eine gute Investition in die Zukunft – in einem Land mit viel Potenzial als Handels- und Investitionspartner. mehr

Wie Macron Frankreich aus der Krise führen kann
Gastbeitrag, 8. Mai 2017

Berthold Busch und Galina Kolev in der Welt Wie Macron Frankreich aus der Krise führen kannArrow

Emmanuel Macron hat die Chance, mit Reformen für Wachstum in Frankreich zu sorgen und der EU neuen Schwung zu verleihen. Ein Gastbeitrag der IW-Ökonomen Berthold Busch und Galina Kolev in der Welt. mehr

Frankreich vor der Stichwahl
IW-Kurzbericht, 5. Mai 2017

Galina Kolev / Berthold Busch Frankreich vor der StichwahlArrow

Nach der Wahl ist vor der Wahl. Weil bei den Wah­len zum französischen Staatspräsidenten am 
23. April kein Kandidat die absolute Mehrheit erreicht hat, müssen die Franzosen am 7. Mai zwischen zwei Kandidaten entscheiden. Die Franzosen haben jetzt die Möglichkeit, einen Präsidenten zu wählen, der der französischen Wirtschaft neue Impulse geben kann. mehr