Ein Studium in Deutschland dauert zu lange und ist zu teuer. Die Studienzeit liegt um durchschnittlich fast zwei Semester an Fachhochschulen und rund drei Semester an Universitäten über der Regelstudienzeit. Die akademischen Überstunden sind kostspielig: Dem Arbeitsmarkt entgeht dadurch für ein bis zwei Jahre die Wertschöpfung hoch qualifizierter Arbeitskräfte. Dazu kommen hohe Kosten an den Universitäten und hohe Abbrecherquoten. Letzteres führt dazu, dass Deutschland mit die teuersten Hochschulabsolventen der OECD aufweist und pro Absolvent rund 50 Prozent mehr ausgibt als der OECD-Durchschnitt (OECD, 2006).

Die Studiendauer ist nicht das einzige Problem der deutschen Akademikerausbildung. Die Hochschulfinanzierung berücksichtigt den innerdeutschen Braindrain – die Wanderung der Hochqualifizierten – nur ungenügend. So bilden zurzeit Berlin, Hamburg und Bremen deutlich über den eigenen Bedarf aus. Auch in den neuen Ländern steigt die Ausbildungsleistung, obwohl durch Abwanderung die Zahl der Akademiker in der Wohnbevölkerung abnimmt. Ländern und Hochschulen fehlt aber der Anreiz, in Studienkapazitäten zu investieren, da sie nicht für Studienabsolventen entschädigt werden, die das Bundesland verlassen. Bisher finanzieren die Bundesländer ihre Hochschulen fast ausschließlich aus eigenen Mitteln. Es besteht dabei eher der Anreiz, sich die Kosten zu sparen und auf Zuwanderung von Akademikern aus anderen Ländern zu bauen. Wandert nämlich ein Akademiker nach dem Studium in ein anderes Land ab, so kann das sogar zu einem Rückgang der Einnahmen im Bundesland führen.

Aus ökonomischer Perspektive ist daher zu fragen, wie durch eine Änderung der Finanzierung der Hochschulen Anreize zu einem zügigeren Studium und zu mehr Effizienz in den Abläufen der Hochschulen geschaffen werden können. Ferner ist zu fragen, wie durch ein geeignetes Finanzierungsassignment Anreize für die Länder entstehen, in Hochschulausbildung verstärkt zu investieren.

Zur Beantwortung dieser beiden Hauptfragen dieses Gutachtens werden zunächst im zweiten Kapitel die Effizienzprobleme der gegenwärtigen Hochschulausbildung näher skizziert. Danach folgt im dritten Kapitel eine Skizzierung des Reformbedarfs, wobei zunächst die bisherigen Reformen im Rahmen des New Public Managements beschrieben werden. Danach werden Reformvorschläge zur Stärkung der Nachfrageorientierung kurz vorgestellt. Im vierten Kapitel werden die theoretischen Grundlagen eines Gutscheinmodells zur Stärkung der Nachfrageorientierung beschrieben. Im fünften Kapitel werden das IW-Modell vorgestellt und deren Wirkungen auf die Anreizstruktur von Hochschulen und Ländern sowie die Verteilungswirkungen bei aktuellen Studierendenzahlen beschrieben. Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung.

Gutachten im Auftrag der Credit Suisse und des Bundesverbandes der Deutschen Industrie 

Christiane Konegen-Grenier / Axel Plünnecke / Michael Tröger: Nachfrageorientierte 
Hochschulfinanzierung
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IW-DREF-Studentenwohnpreisindex
Gutachten, 2. Oktober 2017

Philipp Deschermeier / Björn Seipelt / Michael Voigtländer StudentenwohnpreisindexArrow

Die stetige Zunahme der Studentenzahlen sowie der Zuzug anderer Bevölkerungsgruppen aus dem In- und Ausland haben zu einer deutlichen Verschärfung der Situation am Wohnungsmarkt geführt. Die Folge sind teils rasant steigende Wohnkostenbelastungen, wie der neue Studentenwohnpreisindex des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln und der Deutschen Real Estate Funds in Kooperation mit ImmobilienScout24 zeigt. mehr

IW-Kurzbericht, 29. September 2017

Hans-Peter Klös Entwicklung der Bildungsausgaben seit 1995Arrow

Die Bildungsausgaben in Deutschland sind seit 1995 von allen öffentlichen Ausgaben am stärks­ten gewachsen. Sie sind pro Kopf um ein Drittel gestiegen, der Anteil an den öffentlichen Ausgaben der Länder liegt inzwischen bei über 20 Prozent. mehr

21. September 2017

Christiane Konegen-Grenier Neun Wege zur Hochschule der ZukunftArrow

Die deutschen Universitäten und Fachhochschulen hinken in puncto Digitalisierung und Internationalisierung hinterher. Und auch die Lehre lässt vielerorts zu wünschen übrig, wie die teils hohen Abbrecherzahlen zeigen. Die Hochschulpolitik und -finanzierung braucht deshalb neue Konzepte, die auch den Bund einbinden. mehr auf iwd.de