Die gegenwärtige Wirtschaftskrise hat das Thema Fachkräftemangel in den Hintergrund gedrängt, das noch vor gut einem Jahr die Schlagzeilen beherrschte und für mehr als 10 Prozent der Unternehmen der Metall- und Elektro-Industrie (M+E) ein ernstes Produktionshindernis darstellte. Vor allem der Mangel an Ingenieuren kostete die Betriebe und damit die Volkswirtschaft insgesamt Wachstumschancen.

Neben den Ingenieuren gibt es aber noch weitere Fachkräfte aus dem Segment der MINT-Berufe (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik), die für eine innovationsorientierte Industrie wie die M+E-Industrie lebensnotwendig sind.

Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels – schon 2009 sinkt die Zahl der Schulabgänger bundesweit im Durchschnitt um 4 Prozent – wächst die Sorge, dass auf mittlere Sicht eine Lücke an MINT-Fachkräften zu einem gravierenden Problem für die Unternehmen der Metall- und Elektro- Industrie werden könnte. Zumal auch andere Bereiche einen erheblichen Bedarf an MINT-Absolventen anmelden: So sind etwa die Schulen bei ihren Lehrerberufen gerade in den naturwissenschaftlichen Fächern dringend auf Nachwuchs angewiesen.

Gesamtmetall hat deshalb das Institut der deutschen Wirtschaft Köln mit einer Analyse der Entwicklung auf dem Markt für MINT-Fachkräfte beauftragt, mit einem besonderen Schwerpunkt auf der mittelfristigen Perspektive. Die Ergebnisse zeigen, dass es erheblicher Anstrengungen des Staates und aller beteiligter Institutionen bedarf, um eine sich abzeichnende gravierende MINT-Fachkräftelücke zu entschärfen.

Statement

IW-Geschäftsführer Dr. Hans-Peter Klös: "MINT-Lücke" und MINT-Indikatoren in Deutschland
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Broschüre

M+E-Materialien: Die Entwicklung der Fachkräftelücke in Deutschland
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MINT-Frühjahrsreport 2017
Gutachten, 10. Mai 2017

Christina Anger / Oliver Koppel / Axel Plünnecke MINT-Frühjahrsreport 2017Arrow

Die Erwerbstätigkeit von MINT-Akademikern ist von 2011 - 2014 um 10,6 Prozent gestiegen. Diese Entwicklung wurde von Zuwanderung, einem höheren Frauenanteil und mehr Älteren begünstigt. Weniger günstig entwickelte sich die Erwerbstätigkeit von beruflich qualifizierten MINT-Fachkräften. mehr

10. Mai 2017

Christina Anger MINT macht’sArrow

Wer naturwissenschaftlich oder technisch ausgebildet ist, hat in Deutschland wesentlich bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt als Menschen mit anderen Qualifikationen. Das gilt auch für Zuwanderer. mehr auf iwd.de

27. April 2017

Girls' Day „Lass es mich tun und ich werde es verstehen“Arrow

Heute ist Girls‘ Day. Inzwischen öffnen Unternehmen und Hochschulen schon zum 17. Mal ihre Pforten für den „Mädchen-Zukunftstag“. Ziel ist es, junge Frauen an technische und naturwissenschaftliche Berufe heranzuführen. Oliver Koppel, Bildungsökonom im Institut der deutschen Wirtschaft Köln, hält den Girls‘ Day jedoch lediglich für einen ersten Schritt – erfolgversprechender seien zum Beispiel längerfristig angelegte Schülerkollegs. mehr auf iwd.de