Geht es zum Beispiel um die Frage, ob Beamten- oder Arbeitnehmerhaushalte beim Einkommen die Nase vorne haben, oder will man wissen, welche Schichten die höchsten Einkommensteuer- und Beitragslasten schultern, dann braucht man einen Mikrodatensatz, der über die Arbeits- und Transfereinkommen der Haushalte und deren Zahlungen an den Fiskus und die Sozialversicherungen Auskunft gibt. Will man dann auch noch wissen, wie sich die Verteilung der Einkommen und Abgabenlasten verändert, wenn man an den Schrauben des Steuerrechts oder an der Finanzierung der gesetzlichen Sozialversicherung dreht, dann bedarf es eines Modells, dass die Auswirkungen unterschiedlicher Regulierungen für jeden Haushalt simulieren kann.

Ein solches Mikrosimulationsmodell hat das IW Köln jetzt im Rahmen eines von der informedia-Stiftung geförderten Forschungsprojekts entwickelt. Ausgangspunkt sind die Daten der Einkommens- und Verbrauchsstichprobe des Statistischen Bundesamtes. Die liegen derzeit zwar nur für das Jahr 2003 vor, einkommensrelevante Angaben können aber mithilfe einiger methodischer Kniffe bis zum Jahr 2008 fortgeschrieben werden. Darauf aufbauend wird nicht nur die Abgabenlast für alle Haushalte nach dem aktuellen Steuer- und Beitragsrecht berechnet. Zukünftig lassen sich auch die verteilungspolitischen Auswirkungen von Reformvorschlägen nachvollziehen.

Dokumentation

Nicole Horschel: IW-Mikrosimulationsmodell

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Zunehmende Ungleichheit wird für Wachstumsprobleme und eine politische Polarisierung in einer Reihe von fortgeschrittenen Volkswirtschaften verantwortlich gemacht. In einer Studie hat das IW Köln nun die funktionelle Einkommensverteilung in Deutschland untersucht. Damit soll die Frage, ob sich im makroökonomischen Produktionsprozess die Einkommensentstehung weg von den Arbeitseinkommen entwickelt hat, empirisch beantwortet werden. mehr

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In der Debatte um ein Auseinanderdriften von Arm und Reich ist in letzter Zeit auch immer wieder eine These aufgekommen: Arbeitseinkommen würden im Vergleich zu Kapitaleinkommen zunehmend an Bedeutung verlieren. Eine Studie des IW Köln kommt zu einem anderen Ergebnis. Der Anteil am Gesamteinkommen, den Arbeitnehmer erwirtschaften, ist in Deutschland weitgehend stabil. mehr

10. April 2017

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Der Anteil der Arbeitnehmerentgelte am Volkseinkommen ist in den vergangenen Jahren nahezu konstant geblieben. Die Lohnquote liefert also keinen Beleg für eine umfassende Umverteilung von Arbeits- zu Kapitaleinkommen. Ohnehin bildet die Quote die Realität nur unvollständig ab. mehr auf iwd.de