Geht es zum Beispiel um die Frage, ob Beamten- oder Arbeitnehmerhaushalte beim Einkommen die Nase vorne haben, oder will man wissen, welche Schichten die höchsten Einkommensteuer- und Beitragslasten schultern, dann braucht man einen Mikrodatensatz, der über die Arbeits- und Transfereinkommen der Haushalte und deren Zahlungen an den Fiskus und die Sozialversicherungen Auskunft gibt. Will man dann auch noch wissen, wie sich die Verteilung der Einkommen und Abgabenlasten verändert, wenn man an den Schrauben des Steuerrechts oder an der Finanzierung der gesetzlichen Sozialversicherung dreht, dann bedarf es eines Modells, dass die Auswirkungen unterschiedlicher Regulierungen für jeden Haushalt simulieren kann.

Ein solches Mikrosimulationsmodell hat das IW Köln jetzt im Rahmen eines von der informedia-Stiftung geförderten Forschungsprojekts entwickelt. Ausgangspunkt sind die Daten der Einkommens- und Verbrauchsstichprobe des Statistischen Bundesamtes. Die liegen derzeit zwar nur für das Jahr 2003 vor, einkommensrelevante Angaben können aber mithilfe einiger methodischer Kniffe bis zum Jahr 2008 fortgeschrieben werden. Darauf aufbauend wird nicht nur die Abgabenlast für alle Haushalte nach dem aktuellen Steuer- und Beitragsrecht berechnet. Zukünftig lassen sich auch die verteilungspolitischen Auswirkungen von Reformvorschlägen nachvollziehen.

Dokumentation

Nicole Horschel: IW-Mikrosimulationsmodell

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27. Oktober 2017

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„Die unteren Einkommensgruppen profitieren kaum von der guten wirtschaftlichen Lage in Deutschland“ – dieser viel zitierte Befund mag der Mehrheitsmeinung entsprechen und sie mehr und mehr stärken. Doch Plausibilitätschecks hält das alarmierende Szenario kaum stand, mahnt Judith Niehues, Leiterin der Forschungsgruppe Mikrodaten und Methodenentwicklung im IW Köln. mehr auf iwd.de

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Die Ungleichheits- und Armutsdebatte nimmt in der aktuellen medialen Berichterstattung viel Raum ein. Die Datensätze und Plausibilitätstests der Studien, über die berichtet wird, sollten jedoch kritisch hinterfragt werden. mehr

Realeinkommen
Pressemitteilung, 26. Oktober 2017

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Es ist ein gefundenes Fressen für Schwarzmaler: Die Einkommen der ärmsten 40 Prozent der Deutschen seien seit der Wiedervereinigung real kaum gestiegen. Doch eine neue Studie des IW Köln zeigt, dass dieser Befund wenig robust ist. mehr