Die Messung der Digitalisierung der Wirtschaft, also des Standes und der Entwicklung der digitalen Transformation, ist nicht trivial. Daher ist es auch nicht unkompliziert möglich, einen möglichen „Digitalisierungsschub“ zu quantifizieren. Schon vor der Pandemie gab es für Deutschland zahlreiche Publikationen, die sich mit dem Status quo der Digitalisierung von Unternehmen, des Staates oder der Gesellschaft beschäftigt haben. Exemplarisch zu nennen ist hier die jährliche Erhebung der Europäischen Kommission (2020) im Digital Economy and Society Index DESI. Der DESI vergleicht die europäischen Mitgliedstaaten in wesentlichen Kernindikatoren der Digitalisierung von Wirtschaft, Staat und Gesellschaft. Der hier gewährte Blick auf die Unternehmen ist jedoch einseitig: Es wird kaum erfasst, wie Digitalisierung in Unternehmen eigentlich abläuft, wie digital Prozesse, Produkte und Geschäftsmodelle bereits sind. Solche Aspekte können Befragungen abdecken (z. B. Azkan et al., 2019), die jedoch oft einmalig durchgeführt werden und damit keine Entwicklung im Zeitablauf darstellen. Solche Befragungen bilden oft nur die interne Digitalisierung von Unternehmen ab und bieten keinen Blick auf die Rahmenbedingungen, innerhalb derer die Unternehmen zwangsläufig operieren.

Vor diesem Hintergrund beschäftigt sich das Projekt „Entwicklung und Messung der Digitalisierung der Wirtschaft am Standort Deutschland“, das durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert wird, mit der Schaffung einer jährlich wiederholbaren Empirie zur Digitalisierung der Unternehmen in Deutschland. Dabei berücksichtigt dieser Digitalisierungsindex explizit die unternehmensinterne Perspektive wie auch das unternehmerische Umfeld für die Digitalisierung. Dieser inhaltliche Schwerpunkt wie auch die intertemporale Vergleichbarkeit der Ergebnisse des Digitalisierungsindex legen den Grundstein für politische Ableitungen zur Förderung der Digitalisierung der Wirtschaft in Deutschland.