Im Durchschnitt ergeben sich für Ausbildungsunternehmen in Deutschland während der Ausbildungszeit selbst Nettokosten, d. h., die Kosten für die Ausbildung übersteigen die Erträge aus der Ausbildung. Ausbildung ist für Unternehmen eine Investition. Diese Investition lohnt sich durch spätere Erträge, die die Fachkraft nach der Ausbildungszeit für den Ausbildungsbetrieb erzielt (vgl. Schönfeld et al. 2016, S. 41ff.). Aufgrund des niedrigen Poachings, d. h. des gezielten Abwerbens von Ausbildungsabsolventinnen und -absolventen durch Konkurrenzunternehmen (vgl. Mohrenweiser et al. 2013, S. 166ff.), haben Unternehmen in Deutschland grundsätzlich ein Interesse an einer langfristigen Investition in die Fähigkeiten und Fertigkeiten ihrer Auszubildenden. Dementsprechend wird Ausbildung von Unternehmen ausdrücklich als Mittel zur Fachkräftesicherung genutzt. Umso wichtiger ist es aus betrieblicher Sicht, dass das Ausbildungspersonal mit unterschiedlichen Zielgruppen von Jugendlichen adäquat umgehen und diese zu einem erfolgreichen Ausbildungsabschluss begleiten kann. Es ist davon auszugehen, dass sich Kosten und Erträge in der Ausbildung von Menschen mit und ohne Behinderung unterscheiden und die Kosten-Erträge-Abwägung je nach Auszubildenden bei Menschen mit Behinderung deutlich individueller ist als bei Menschen ohne Behinderung (vgl. Metzler et al. 2017, S. 17f.).