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Marleen Schiffer / Manuel Fritsch / Agnes Millack / Edgar Schmitz / Beate Placke Gutachten 28. April 2014 Export digital

Die Bedeutung des Internets für das deutsche Auslandsgeschäft

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Marleen Schiffer / Manuel Fritsch / Agnes Millack / Edgar Schmitz / Beate Placke Gutachten 28. April 2014

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Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Institut der deutschen Wirtschaft (IW)

Die Bedeutung des Internets für das deutsche Auslandsgeschäft

Obwohl die deutsche Wirtschaft generell nicht sehr intensiv das Internet nutzt, profitieren Exporteure von den Möglichkeiten, die das Internet bietet. Fast 200 Milliarden Euro erwirtschafteten deutsche Unternehmen im Rahmen ihres Auslandsgeschäfts mithilfe des Internets im Jahr 2012: Der internetgetriebene Export bescherte der deutschen Wirtschaft im Jahr 2012 zusätzliche 87,5 Milliarden Euro Umsatz über das bereits vorhandene Exportgeschäft hinaus. Das Internet dient deutschen Exporteuren außerdem als Instrument, um den vorhandenen Exporterfolg zu stabilisieren. Am Exporterfolg konnten mithilfe des Internets im gleichen Jahr 110 Milliarden Euro gesichert werden. Der Trend zeigt, dass die Unternehmen dem Internet innerhalb der nächsten fünf Jahre eine wichtigere Bedeutung für den Auslandsumsatz beimessen: Die Industrie erwartet eine Steigerung um 60 Prozent des internetgetriebenen Exports, die Dienstleister erwarten eine Steigerung um 54 Prozent. Der Anteil der Exporte, die somit gänzlich ohne das Internet erwirtschaftet werden, wird in Zukunft sinken.

Die Zahlen zeigen, dass trotz einer mittelmäßigen Internetnutzung in Unternehmen der deutsche Export bereits jetzt vom Internet profitiert. So lässt sich rund ein Viertel des deutschen Exportwachstums der letzten zehn Jahre durch das Internet und die Verbreitung sicherer Internetserver erklären. Der internationale Durchschnitt über 106 Länder liegt hierbei niedriger, bei 16,6 Prozent. Doch deutsche Exporteure drohen Potenzial zu verschenken, denn eine steigende Internetnutzung auf potenziellen Auslandsmärkten nutzen Unternehmen anderer Exportländer deutlich intensiver. Ganz weit vorn sind hier China, die Slowakei und Polen. Deutschland ist bei der Nutzung dieses Potenzials auf einem mittelmäßigen 28. Platz. Experten sind der Meinung, dass deutsche Unternehmen zu sehr auf ihre etablierten Handelsstrukturen vertrauen und durch den eigenen vorsichtigen Umgang mit dem Internet das Potenzial neuer digitaler Märkte verschlafen. Dennoch sind es ganz klar die Exporteure unserer deutschen Wirtschaft, die das Potenzial des Internets eher erkannt haben als Unternehmen ohne Auslandsgeschäft. Exporteure betrachten das Internet als eine Möglichkeit, vergleichsweise einfach im Export aktiv zu werden, und schätzen die effektivere Zielgruppenansprache. Sie sind es auch, die verstärkt Mitarbeiter mit Online-Know-how beschäftigen. Wichtiger als bei Unternehmen ohne Auslandsgeschäft sind vor allem auch Kenntnisse im Unternehmen darüber, wie neue Märkte mithilfe des Internets erschlossen werden können.

Nichtsdestotrotz gehört für fast jeden zweiten Exporteur das fehlende Know-how von Mitarbeitern im Marketing und Vertrieb zu einer der Top-3 Herausforderungen, die das Internet im Exportgeschäft mit sich bringt. Bei der Unternehmensbefragung im IW-Personalpanel sind es vor allem die kleinen Unternehmen mit fünf bis 49 Mitarbeitern, die Online-Skills eher als unwichtig für ihre Mitarbeiter an Internetarbeitsplätzen erachten. Vor allem der deutsche Mittelstand muss also aufholen, was die Nutzung des Internets zur Erschließung neuer Märkte betrifft. Das Potenzial des Internets für den Export zu erschließen oder auszubauen ist nur möglich mit den entsprechenden Kenntnissen im eigenen Unternehmen. Gerade in Hinblick auf eine steigende Bedeutung für das zukünftige Exportgeschäft und das vorhandene Potenzial neuer digitaler Märkte stellt Online-Know-how eine zentrale Herausforderung für die Zukunft dar.

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