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Adriana Neligan / Edgar Schmitz IW-Report Nr. 3 6. Februar 2017 Digitale Strategien für mehr Materialeffizienz in der Industrie

Um den Herstellungsprozess zu optimieren oder Material einzusparen, dominieren im Verarbeitenden Gewerbe eher klassische Maßnahmen. Doch um das Material noch effizienter einsetzen zu können, sollte die Digitalisierung weiter vorangetrieben werden.

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Um den Herstellungsprozess zu optimieren oder Material einzusparen, dominieren im Verarbeitenden Gewerbe eher klassische Maßnahmen. Doch um das Material noch effizienter einsetzen zu können, sollte die Digitalisierung weiter vorangetrieben werden.

Diese Studie liefert auf Basis von Befragungsergebnissen aus dem IW-Zukunftspanel erstmalig Erkenntnisse zur Relevanz der Digitalisierung bei Maßnahmen zur Steigerung der Materialeffizienz. Bisher dominieren im Verarbeitenden Gewerbe eher klassische effizienzsteigernde Maßnahmen, die die Herstellungsprozesse optimieren, aber auch neue Techniken und Materialien kommen zum Einsatz. Grundlegende Weichenstellungen für eine moderne Kreislaufwirtschaft sind in vielen Unternehmen noch nicht vorhanden, da es noch nicht so verbreitet ist, Materialien im großen Stil bereits beim Produktdesign, über eine Kreislaufführung oder neue Geschäftsmodelle, einzusparen. Die Materialeinsparpotenziale sind in der Industrie noch nicht erschöpft und bei optimalen Einsatz der verfügbaren technischen Möglichkeiten, könnten nach Auffassung der Unternehmen noch weitere 3 bis 4 Prozent eingespart werden. Bezogen auf den Wert der in Deutschland aus dem In- und Ausland bezogenen Menge an mineralischen Rohstoffen liegt das realisierbare Einsparpotenzial somit bei knapp 2 Milliarden Euro.

Maßnahmen für mehr Materialeffizienz sind bislang nur selten hochgradig digitalisiert und wenn dann – vor allem bei großen Unternehmen – am ehesten bei der Prozessoptimierung. Rund zwei Fünftel der Unternehmen sind bei den wichtigsten industriellen Effizienzmaßnahmen – Prozessoptimierung und der Verwendung neuer Techniken zumindest im mittleren Maße digitalisiert, aber mehr als ein Drittel auch noch gar nicht. Am häufigsten sind Unternehmen bei der betriebsübergreifenden Kreislaufführung überhaupt digitalisiert, eine Maßnahme, die jedoch nur von zwei Fünftel der Industrieunternehmen angewandt wird.

Es besteht noch Potenzial für mehr Digitalisierung bei Produktdesign, Kreislaufführung und neuen Geschäftsmodellen. Obwohl mindestens jedes zweite verarbeitende Unternehmen über eine interne Kreislaufführung Rest- und Abfallstoffe wiederverwertet, spielen digitale Netze bei zwei Fünfteln dieser Unternehmen bisher keine und bei weiteren zwei Fünfteln nur eine kleine Rolle. Nur etwa jedes zehnte Unternehmen ist stark digital vernetzt. Mehr als jedes zweite Industrieunternehmen nutzt Maßnahmen, die beim Produktdesign ansetzen, um Ressourcen zu schonen. Bisher ist fast die Hälfte dieser Unternehmen nicht digital vernetzt – und wenn doch eher nur geringfügig. Ein Drittel der Industrieunternehmen sieht bisher in neuen Geschäftsmodellen einen effizienzsteigernden Weg. Davon sind drei von zehn dieser Unternehmen bisher nicht digitalisiert, weitere zwei Fünftel nur geringfügig. Unternehmen, die Digitalisierung bereits strategisch verankert haben, sind Vorreiter auf dem Weg zu mehr Materialeffizienz, da sie öfter materialeffizienzsteigernde Maßnahmen intensiv nutzen, eher weitere Einsparpotenziale erkennen und dann auch deutlich häufiger im hohen Maße digitalisiert sind.

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