In manchen Großstädten können sich inzwischen auch Menschen mit mittlerem Einkommen keine Wohnung mehr leisten. Die Politik hat zwar in den vergangenen Monaten auf das Problem reagiert, die Mietpreisbremse verschärft, die Modernisierungsumlage gesenkt. Doch reicht das aus? Gebietet ein Grundrecht auf Wohnen – in manchen Landesverfassungen verankert – nicht radikalere Maßnahmen? Zum Beispiel Enteignungen?

Im Streitgespräch mit Rouzbeh Taheri betont IW-Immobilienexperte Michael Voigtländer, dass es zwar ein Grundrecht auf Wohnen gibt, dass es aber kein Anrecht darauf geben kann, in Berlin Mitte  zu wohnen.

Eigentum sei das Fundament der sozialen Marktwirtschaft, insofern seien die Hürden für Enteignungen bewusst sehr hoch gesetzt. Für Enteignungen müsse es weitreichende Gründe geben. Diese sieht der Immobilienökonom derzeit nicht. Sie würden auch das Grundproblem in Berlin und anderen Großstädten nicht lösen: Es gibt zu wenig Wohnungen.

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